Heidelberg

Verkehr Peter Bews setzte sich für sichere Fußwege ein

Trauer um einen Mahner

Archivartikel

Heidelberg.Abschied von einem, der unermüdlich mahnte, mehr für die Sicherheit von Fußgängern zu tun, obwohl das Engagement immer mit großen Schmerzen verbunden gewesen sein muss: Im September 2020 ist Peter Bews überraschend nach kurzer, heimtückischer Krankheit gestorben. Sein neunjähriger Sohn Ben war im Januar 2016 bei einem Verkehrsunfall in der Heidelberger Altstadt tödlich verunglückt. Statt sich in Trauer zu vergraben, gründete Bews mit seiner Frau Kirsten und anderen Eltern die Interessengemeinschaft Fußverkehr.

Zwei Jahre lang meldete sich Bews zu Beginn jeder öffentlichen Gemeinderatssitzung als Bürger zu Wort, hakte immer wieder nach, was inzwischen geschehen sei, um die Verkehrssicherheit in der Altstadt zu verbessern. „Es war der Versuch, das schlechte Gewissen der Stadtgesellschaft aufrecht zu erhalten“, beschrieb er in einem Gespräch mit dieser Zeitung die Motivation zu diesen Auftritten, die viele Beobachter tief gerührt haben, manchem aber sicher auch ein wenig lästig erschienen. Im Januar 2018 blieb Bews der Stadtratssitzung plötzlich fern. „Ich erhoffe mir keine konkreten Antworten mehr.“

Sicherheitsaudits in Stadtteilen

Das Engagement der Eltern führte unter anderem zu einem Sicherheitsaudit in allen Heidelberger Stadtteilen, einer Bestandsaufnahme der Situation aller Kinderwege und dem Anregen von Verbesserungen wie Markierungen und strengere Tempolimits. Nicht nur in der Theaterstraße, in der Ben starb. 

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