Heidelberg

Universität Studenten boykottieren traditionelle Fernsehübertragungen des Studierendenwerks

TV-Protest auf dem Uniplatz

Archivartikel

Heidelberg.Um gegen die Arbeitsbedingungen beim Studierendenwerk und 70 nicht verlängerte Verträge (wir berichteten) zu protestieren, haben Studenten am Wochenende zwei traditionelle Veranstaltungen der Einrichtung boykottiert. Die vom Studierendenrat (StuRa) per Beamer und selbstgezimmerter Leinwand auf dem Universitätsplatz gezeigte Bundesligapartie am Freitag verfolgten rund 40 Personen. Gestern Abend sollte dann die „Tatort“-Ausstrahlung gezeigt werden. Nicht weit davon entfernt lädt das Studierendenwerk in der Marstall-Mensa regelmäßig Studenten zum gemeinschaftlichen Fernsehen ein.

Rund 70 Verträge nicht verlängert

„Wir protestieren gegen die prekären Arbeitsbedingungen, die für studentische Mitarbeiter beim Studierendenwerk bis vor kurzem geherrscht haben“, erklärte Mahmud Abu-Odeh vom Sozialreferat des StuRa. „Und gegen die Folgen, die der Arbeitskampf für einige der engagierten Studenten jetzt hat.“

Bei dem erneut aufgeflammten Konflikt geht es um rund 70 von 210 studentischen Aushilfen beim Studierendenwerk. Deren Arbeitsverträge waren Anfang des Jahres nach Protesten zwar verbessert worden, wurden jetzt aber nicht verlängert. Darunter befinden sich offenbar auffallend viele Wortführer der damaligen Auseinandersetzung. Das Studierendenwerk wollte auf Nachfrage dieser Zeitung keine genauen Zahlen nennen und verwies darauf, dass „das Gros“ der Betroffenen keine Verlängerung gewollt habe.

„Natürlich sind darunter auch Kollegen, die beispielsweise ihr Studium beenden. Aber viele von uns würden gerne weiterarbeiten“, sagte eine Studentin, die noch bis Ende September in einer der Mensen angestellt ist und deshalb ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Am Freitagabend nahm sie das Angebot des StuRas gerne an, kostenfrei das Fußballspiel zu sehen und sich nebenbei mit Pizza und Cola zu stärken – die Studentenvertreter hatten auch für das passende Ambiente gesorgt. Rund 40 Zuschauer versammelten sich auf dem Uniplatz. Wohl auch wegen der kühlen Temperaturen lockte die warme Mensa zeitgleich mehr Studenten an.

Für Organisatoren ein Erfolg

Für die Initiatoren des Boykotts war die Protestaktion dennoch ein Erfolg. „Wir haben gezeigt, dass das Studierendenwerk nicht ohne uns Studenten kann, wir Studenten aber sehr wohl ohne ein solches Studierendenwerk“, so StuRa-Vertreter Mahmud Abu-Odeh.

Info: Weitere Bilder unter morgenweb.de/heidelberg

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