Heidelberg

Coronavirus Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises richtet Servicecenter ein / Zahlreiche Absagen von Veranstaltungen und Gottesdiensten in der Region

Universitätsklinikum schränkt Besuch ein

Archivartikel

Rhein-Neckar.Das Universitätsklinikum Heidelberg hat ein Besuchsverbot erlassen. Wie die Einrichtung in einer Pressemitteilung angibt, geschieht dies, um Patienten und Mitarbeiter vor dem Coronavirus zu schützen. Auch weitere Einrichtungen in der Region haben Veranstaltungen abgesagt oder Besuchsmöglichkeiten eingeschränkt.

Ausnahmen für das Besuchsverbot beim Uniklinikum sind Angehörige, die einen Patienten besuchen, der im Sterben liegt, oder Angehörige eines Patienten der Palliativstation. Auch Personen, die Schwangere bei der Geburt begleiten sowie Väter von Neugeborenen dürfen vorbeischauen. Das gilt auch für die Mütter oder Väter eines kranken Kindes. Erlaubt sind auch Begleitpersonen eines Patienten, der in die Notaufnahme eingeliefert wird oder eines älteren, gebrechlichen oder dementen Patienten. Wer aus anderen dringenden medizinischen Gründen das Uniklinikum besuchen muss, sollte sich vorher telefonisch ans Stationsteam wenden.

Das Schwetzinger GRN Krankenhaus hat angekündigt, alle nicht dringend notwendigen Operationen ab diesem Montag zu verschieben. So sollen räumliche und personelle Kapazitäten für einen erwarteten Anstieg von Corona-Fällen geschaffen werden, sagte Geschäftsführer Rüdiger Burger.

Um die Besucherzahlen und damit die Ausbreitung des Coronavirus zu reduzieren, hat auch das Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus Speyer seine Besucherregelungen geändert. Ein Besuch ist nur noch zwischen 16 und 18 Uhr möglich und nur ein Gast pro Patient. Auch alle Kurse und Veranstaltungen sind vorerst bis 19. April abgesagt.

Im Landkreis Südliche Weinstraße sind ab sofort alle Veranstaltungen mit einer Teilnehmerzahl ab 75 Personen untersagt. Die Allgemeinverfügung gilt zunächst bis 10. April. Sowohl privat als auch öffentlich sollen nur noch zwingend notwendige Veranstaltungen stattfinden, die weniger als 75 Teilnehmer umfassen.

Das Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises schränkt nach eigenen Angaben den Zugang zum Haupthaus und den Außenstellen ein. Die Behörde bittet alle Bürger, ab sofort auf persönliche Vorsprachen zu verzichten, sofern diese nicht unaufschiebbar sind. Ob es nötig ist, das Amt zu besuchen, kann vorher per Telefon oder E-Mail geklärt werden. Im Haupthaus in Heidelberg wird ein Servicecenter eingerichtet, bei dem dringliche Angelegenheiten erledigt werden können.

Wie das Erlebnisbad Miramar in Weinheim mitteilt, stellt es ab Montag seinen Betrieb „für eine noch nicht bekannte Zeitdauer“ ein. Gleiches gilt für die Badewelt Sinsheim, wie aus einer Mitteilung vom Sonntagabend hervorgeht. Der Betrieb werde auf „bis auf Weiteres“ eingestellt.

Im Bereich der katholischen Stadtkirche Heidelberg finden seit Sonntag keine Gottesdienste mehr statt. Die Kirchen bleiben aber zu den üblichen Zeiten geöffnet. Abgesagt wurde auch der Gottesdienst mit Altarweihe zur Wiedereröffnung der Wieblinger Pfarrkirche St. Bartholomäus am 29. März. Auch das Karlstorkino bleibt ab sofort und bis voraussichtlich 19. April geschlossen.Die Anzahl der Infizierten im Rhein-Neckar-Kreis und Heidelberg ist laut Landratsamt bis Sonntagmittag auf 90 gestiegen. 

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