Heidelberg

Justiz Heute Plädoyers im Drogenprozess möglich

Verdeckter Polizeihelfer sagt doch aus

Heidelberg.Im Prozess um den Verkauf von fünf Kilogramm Kokain im Marktwert von über 160 000 Euro hat gestern nun doch die Vertrauensperson (VP) der Polizei vor dem Heidelberger Landgericht ausgesagt. Allerdings unter strengen Auflagen. Am vierten Prozesstag sorgte zudem ein medizinischer Notfall vorübergehend für Aufregung.

Im August hatte das baden-württembergische Innenministerium eine Vernehmung des Mannes noch untersagt. Doch gestern musste sich die VP doch den Fragen der Verteidiger der vier Angeklagten stellen - das hatten Anwälte vor Gericht erstritten. Die vier Männer im Alter zwischen 47 und 59 Jahren, die dem Vertrauensmann im Februar in Walldorf die Droge verkauft haben sollen, mussten bei der Anhörung des wichtigen Zeugen indes genauso wie die Öffentlichkeit den Gerichtssaal verlassen.

Und der Mann, dessen wahre Identität im gesamten Prozessverlauf nicht preisgegeben werden soll, kam für diese Aussage auch nicht ins Landgerichtsgebäude in der Kurfürstenanlage. Er wurde per Videotechnik an einem Ort befragt, der geheim bleiben soll. Stimme und Aussehen des zentralen Zeugen wurden verfremdet, Ton- und Bildaufnahmen durften nicht gemacht werden.

Für Aufregung sorgte die Mitteilung eines Angeklagten, dass ihm stark übel sei. Am Nachmittag gab es Entwarnung: Nach einem Check in der Klinik konnte der Patient wieder zurück in den Gerichtssaal gebracht werden. Der Prozess wird heute ab 8.30 Uhr fortgesetzt. Es soll an diesem fünften Prozesstag auch plädiert werden. (miro)