Heidelberg

Kontrollmonat Verkehrspolizei zieht durchwachsene Bilanz

Viele Radler missachten rote Ampeln

Heidelberg.„Die Straßenverkehrsordnung fordert von allen Verkehrsteilnehmern gegenseitige Rücksichtnahme und ständige Vorsicht – davon sind viele Radfahrer leider weit entfernt“, zieht Dieter Schäfer, Chef der Mannheimer Verkehrspolizei, eine nicht besonders erfreuliche Bilanz der vierwöchigen Schwerpunktkontrollen in Heidelberg und Mannheim. Allein in der letzten Novemberwoche seien in beiden Städten 422 Radler angezeigt oder verwarnt worden. Besonders häufig gab es Rotlichtverstöße (167), Geisterfahrer (79) und Fahrradfahrer, die ohne Licht unterwegs waren (132). Insgesamt summieren sich die registrierten Verstöße auf 1557.

Intensive Diskussion ausgelöst

In Heidelberg waren in den vier Kontrollwochen 772 Radler bei Verstößen erwischt worden – 349 davon hatte eine rote Ampel ignoriert. „Wir haben mit unserer Aktion eine intensive Diskussion ausgelöst“, zeigt Schäfer einen positiven Nebeneffekt. Allerdings sei der Riss in der Stadtgesellschaft dabei unverkennbar. „Es gibt eine auffällige und nicht gerade kleine Minderheit unter den Radfahrern, die reflexartig fordern, doch erstmal die Verstöße der Autofahrer zu ahnden.“ Hierzu sei anzumerken, dass der Kraftfahrzeugverkehr – auch dank der Möglichkeit aufgrund der Kennzeichen die Verkehrssünder anzuzeigen – ganzjährig im Fokus der Überwachung ist.

Erfreulich findet Schäfer das Ergebnis einer Umfrage bei acht Fahrradhändlern in Heidelberg, die die Maßnahme unisono lobten. Viele wünschten sich gar häufigere Kontrollen. Fünf Händler hätten eine höhere Nachfrage nach Beleuchtungen registriert. Die Aktion soll im Frühjahr wiederholt werden. Zugleich weist Schäfer darauf hin, dass man sich für den Weg zur Arbeit fünf Minuten mehr Zeit nehmen sollte. sin