Heidelberg

Justiz Landgericht urteilt im „Molotow-Prozess“

Von Haft bis zur Verwarnung

Archivartikel

Heidelberg/Walldorf.Im zweiten „Molotow-Cocktail-Prozess“ hat die Jugendkammer des Heidelberger Landgerichts fünf Angeklagte wegen versuchter Brandstiftung, Landfriedensbruchs und Verstoßes gegen das Waffengesetz verurteilt. Einer muss in Haft.

Drei Angeklagte bekamen Jugendstrafen zwischen einem Jahr und zehn sowie vier Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Ein Jugendlicher wurde verwarnt. Der fünfte muss für zwei Jahre und vier Monate ins Gefängnis. Dieses Urteil ist rechtskräftig.

Das Gericht hatte keinen Zweifel daran, dass die fünf in der Nacht auf den 1. November 2017 – die Halloween-Nacht – Brandsätze auf mehrere Gebäude in Walldorf geworfen hatten – auch gegen Tür und Fassade des Polizeipostens im Rathaus. Die Gebäude fingen kein Feuer, es blieb beim geringen Sachschaden. Oberstaatsanwalt Florian Pistor bezeichnete die Beweislast als erdrückend – ein Heranwachsender war unmittelbar danach in Tatortnähe von der Polizei gestoppt worden und roch nach Benzin, dazu belasteten sich die Angeklagten gegenseitig.

Schmerzensgeld für Opfer

Ein 18-Jähriger, der gegen Zahlung einer Geldauflage nicht in Haft muss, wurde zur Zahlung von 1000 Euro Schmerzensgeld verurteilt: Die Richter unter dem Vorsitz von Gisela Kuhn sahen in ihm den Täter, der einen Anwohner mit Tritten und Schlägen schwer verletzt hatte. Dieses Urteil ist ebenfalls rechtskräftig. Zwei 18- und 20-Jährige können binnen einer Woche noch Revision beim Bundesgerichtshof anstreben.

In einem ersten Prozess sind bereits zwei 16- und ein 20-Jähriger zu Jugendstrafen und Auflagen verurteilt worden. miro

Zum Thema