Heidelberg

Neuerscheinung Stiftung Evangelische Pflege Schönau stellt in "Protestantische Räume" zwölf Gotteshäuser aus Baden vor

Von Kloster bis Nachkriegsmoderne

Heidelberg."Wenn sich nachts die Lichter im Raum kreuzen, spüre ich den Ort, an dem sich Himmel und Erde berühren, ein heiliger Ort": Das sagt Harald Kratzeisen über seinen Arbeitsplatz. Er ist Pfarrer an der Kreuzkirche in Lichtenau-Scherzheim in Südbaden. Das 1811 errichtete evangelische Gotteshaus ist eines von zwölf, die in dem Buch "Protestantische Räume. Zwölf Kirchen in Baden. Im Wandel der Zeit" mit großen Bildern, historischen Details und Zahlen vorgestellt werden. Es ist gerade in einer Auflage von 700 Stück im Kurpfälzischen Verlag erschienen.

Im frisch sanierten Gebäude der Stiftung Evangelische Pflege Schönau in der Heidelberger Weststadt ist der Band jetzt präsentiert worden. Gleichzeitig war das die Gelegenheit, die nun abgeschlossene, monatelange Baustelle in der Zähringer Straße 18 der Öffentlichkeit von innen zu zeigen, erklärt Antje Jantz, Leiterin der Stiftungskommunikation.

Schönau erhält erstes Kapitel

Etwa 50 Personen, darunter auch Pfarrer der abgebildeten Kirchen, kamen zur Präsentation. Der Heidelberger Historiker Enno Krüger ging bei seinem Vortrag auf fünf der zwölf Kirchen ein - etwa auf die Klosterkirche Lobenfeld im Kraichgau. Sie ist gemeinsam mit dem Kloster Schönau - zehn Kilometer von Heidelberg als Tochterkloster der Abtei Eberbach entstanden - die älteste Kirche, die die Evangelische Stiftung Pflege Schönau (ESPS) unterhält. Beiden ehemaligen Klöstern sind die ersten Kapitel des Buchs gewidmet. Vermutlich wären alle 85 Kirchen, die die Stiftung in Baden betreut, es wert gewesen, mit ihrer Geschichte, der Architektur und den Kunstschätzen berücksichtigt zu werden. "Aber so viele Kapitel sollte das Buch nicht bekommen", erklärt Jantz, dass die zwölf ausgewählten Kirchen alle Epochen berücksichtigen - damit stehen sie auch stellvertretend für "Schwesterkirchen." "Mit dem Buch wollen wir vor allem der interessierten regionalen Öffentlichkeit einen Eindruck davon geben, wofür die Stiftung steht: schöne Kirchenräume für die Kirchengemeinden schaffen", betont Ingo Strugalla, Geschäftsführender Vorstand der ESPS. Motto: Tue Gutes und sprich drüber also. Und so werden auch sehr bewusst Summen in dem Buch genannt, die in die Erhaltung der Kultur-Räume fließen: Kloster Schönau etwa wurde zuletzt 1998 renoviert. Die sanierten Abwasserkanäle und Dachrinnen kosteten rund 47 000 Euro. Oder die Heiliggeistkirche in der Heidelberger Altstadt: Bei der letzten Teil-Innenrenovierung 2006 entstanden Kosten in Höhe von mehr als 700 000 Euro. Rund 417 000 Euro übernahm die Stiftung. Fotograf Christian Buck lieferte schöne Innen- und Außenaufnahmen der zwölf Kirchen. In anschaulichen und lebendigen Texten erfährt der Leser dazu, was die einzelne Kirche ausmacht. Auch die Mannheimer Matthäuskirche als Beispiel für neugotischen Kirchenbau hat Platz in dem Buch gefunden.

Kapitel zwölf ist der Lutherkirche Ilvesheim gewidmet. 1964 von Helmut Striffler gebaut, hat dieses Gotteshaus der Nachkriegsmoderne noch längst kein "biblisches Alter" erreicht.