Heidelberg

Was Heidelberg 2019 sonst so bewegte

Archivartikel

Blutest-Affäre in der Uniklinik, der ÖPNV-Knoten vor dem Hauptbahnhof wird in Betrieb genommen und es gibt Diskussionen um die Sperrzeiten. Chronik des Jahres 2019 in Heidelberg.

24. Januar: Neujahrsempfang der Universitätsklinik mit 130 geladenen Gästen in der Chirurgie. Dass die Veranstaltung noch nicht wie geplant im 200 Millionen Euro teuren Neubau der Medizinischen Klinik stattfinden kann, verliert wenig später an Bedeutung: Der Skandal um einen nicht marktreifen Bluttest für Brustkrebs macht bundesweit Schlagzeilen und kippt den Vorstand des Uniklinikums.

30. Januar: Die Bürgerstiftung stellt ihre „Insel“ vor: Eine private Spende von 500 000 Euro macht dieses wohl überregional einzigartige Angebot möglich: Getrennt lebende Eltern können die Wohnung nutzen, um mit ihren Kindern Zeit zu verbringen.Das Luise Scheppler-Heim übernimmt die Organisation.

14. Februar: Mit 31 Ja- und zehn Nein-Stimmen bei fünf Enthaltungen stimmt der Heidelberger Gemeinderat für die Videoüberwachung auf dem Bahnhofsvorplatz sowie auf dem Bismarckplatz. Dafür werden 354 000 Euro bereitgestellt.

19. Februar: Miriam Tag erhält den Preis der Heidelberger Autorinnen und Autoren. Übergabe ist im Juni.

26. Februar: Die beiden Berberlöwen Chalid und Binta erkunden ihr neues Freigehege im Zoo. 1,6 Millionen Euro hat die Anlage gekostet – 628 000 Euro geben Spender.

24. April: Ein Lkw-Fahrer, der beim Aussteigen aus dem Fahrzeug auf einen „Kölner Teller“ genannten Straßenhügel tritt und sich verletzte, hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld von der Stadt. Das entscheidet die Zweite Zivilkammer des Heidelberger Landgerichts. Die „Straßen-Dampfnudeln“ waren in der Peterstaler Straße in Ziegelhausen angebracht, um die Fahrbahn längsseitig zu begrenzen (Az 2 O 15/19).

26. April: Einbrecher verschaffen sich Zutritt zu Geschäftsräumen im Langen Anger in der Bahnstadt und nehmen 34 Tablet-Computer im Wert von mehreren Zehntausend Euro mit.

30. April: Wieder keine Walpurgisnacht auf der Thingstätte: Die Stadt sperrt die Freilichtbühne aus Sicherheitsgründen wie schon in der „Hexennacht“ 2018.

22./23. Mai: 700 Vertreter von 102 Nationen verabschieden zum Abschluss der zweitägigen ICCA (International Conference on Climate Action) eine „Partnerschaftserklärung zum Klimaschutz“.

3. bis 29. Mai: Im Heidelberger Kulturhaus Karlstorbahnhof gibt es beim elften „Queer-Festival“ neben Konzerten, Performances und Ausstellungen zum ersten Mal eine zweitägige Konferenz Kulturschaffender aus Europa. Sie diskutieren über die gesellschaftliche Akzeptanz sexueller Vielfalt.

9. Juni: In einem Kraftakt wird nachts die Hebelstraßenbrücke aus dem Fundament gehoben. Die Bahnbrücke aus dem Jahr 1952 war Wochen zuvor nicht mehr passierbar. Mitte 2021 wird die neue, 12,1 Millionen Euro teure Brücke fertig. 

17. Juni: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besucht die Hochschule für Jüdische Studien aus Anlass ihres 40. Gründungstages. Am 28. August spricht er vor 200 Studierenden bei der Sommerakademie „Demokratie gestalten“.

27. Juni: Das Deutsche Apothekenmuseum im Schloss stellt seinen Heilkräutergarten vor. Er kann bei Führungen besichtigt werden.

19. Juli: Die Heidelberger Universität bleibt exzellent. Die Entscheidung des Deutschen Wissenschaftsrats ist bis zu 15 Millionen Euro Fördergelder wert – unbezahlbar ist die mit dem Titel verbundene Reputation. 2007 und 2012 ging die Auszeíchnung an den Neckar.

23. Juli: Der neue Gemeinderat wird verpflichtet. 17 der 48 Sitze sind bei der Kommunalwahl am 26. Mai neu besetzt worden. Bündnis 90/Die Grünen sind mit 31,9 Prozent der Wählerstimmen stärkste Fraktion geworden und mit 16 Parteifreunden vertreten.

22. bis 26. Juli: Christel Zachert radelt wieder zugunsten des Waldpiraten-Camps. Eine ganze Woche ist sie mit der engagierten Truppe der International Police Association in der Region unterwegs. Es ist die zehnte und letzte IPA-Tour. Im Oktober bringt die 79-Jährige den Erlös der Tour zum Camp: 56 400 Euro.

31. Juli: Das Verwaltungsgericht Karlsruhe gibt einer Klage von Anwohnern recht und fordert eine Änderung der Sperrzeiten in der östlichen Altstadt. Spätestens um Mitternacht sollen die gastronomischen Betriebe unter der Woche schließen, am Wochenende spätestens um 2.30 Uhr.

10. September: Nach zwei Jahren Bauzeit wird der ÖPNV-Knoten vor dem Hauptbahnhof in Betrieb genommen. 35 000 Passagiere nutzen ihn täglich.

19. September: Im Zoo gibt es bis Ende November nachts Eintritt und leuchtende Tierskulpturen zu bewundern: Zum ersten Mal organisiert die Einrichtung das „Zoo-Leuchten“.

11. Oktober: Die 14. Französische Woche wird in der Hebelhalle eröffnet. Rund 60 Veranstaltungen stehen auf dem Programm.

14. Oktober: Mit mehreren Nobelpreisträgern und weiteren renommierten Wissenschaftlern kann man beim Science-Festival „Geist Heidelberg“ im Deutsch-Amerikanischen Institut diskutieren. Bis 15. Dezember läuft die Veranstaltungsreihe.

17. Oktober: Die Diskussion um die Sperrzeiten der Kneipen in der Heidelberger Altstadt geht weiter. Mit knapper Mehrheit votiert der neu zusammengesetzte Gemeinderat in seiner ersten Sitzung für einen Antrag der CDU und beschließt, die Kneipenöffnungszeiten auf 1 Uhr unter der Woche und 4 Uhr am Wochenende zu begrenzen.

20. Dezember: Der Hochaltar in der Schlosskapelle darf wieder besichtigt werden. Er ist für 140 000 Euro restauriert worden.