Heidelberg

Nahverkehr Haupt- und Finanzausschuss spricht keine Empfehlung für einen neuen Betriebshof-Standort aus

Weichenstellung bleibt aus

Heidelberg.Die Suche nach einem neuen Standort für den Betriebshof geht weiter: Alle drei von Stadtratsfraktionen vorgeschlagenen Varian-ten sind am Mittwochabend abgeschmettert worden. Der Haupt- und Finanzausschuss des Heidelberger Gemeinderats hat keine Empfehlung für den Ochsenkopf oder den Ausbau am alten Standort ausgesprochen. Bündnis 90/Grüne besteht außerdem darauf, den bereits verworfenen Standort Airfield wieder einzubeziehen und auf den gleichen Planungsstand zu bringen wie die anderen beiden Areale.

„Das ist nicht die Botschaft, die die Rhein-Neckar-Verkehr (rnv) braucht“, kritisierte Oberbürgermeister Eckart Würzner und kündigte „intensive Gespräche“ an. Am 22. November soll das Thema auf der Tagesordnung des Heidelberger Gemeinderats stehen.

Beratungen hatte es indes auch noch vor der Ausschusssitzung unter anderem im Ältestenkreis gegeben. Danach ahnte der Stadtchef wohl schon, wie der Abend weiter verlaufen würde: „Wir haben noch kein klares Meinungsbild, benötigen aber dringend eines bis zur Sitzung des Gemeinderats“, rief Würzner den Tagesordnungspunkt auf. „Ich hoffe, wir bekommen eine gute Lösung hin.“

Als „sehr betrübliches Kapitel“ bezeichnete CDU-Fraktionschef Jan Gradel die Tatsache, „dass sich der Stadtrat momentan gegenseitig blockiert.“ Die Fraktion halte es nicht für möglich, den Betriebshof am alten Standort zu modernisieren: „Das blockiert auch die Entwicklung von Bergheim-West.“ Mit der Variante, den alten Standort auszubauen, aber die Verpflichtung mit aufzunehmen, allenfalls 50 Prozent der Fläche zu bebauen und so Platz für eine Grünfläche zu schaffen, könne ein Kompromiss gelingen.

„Innerstädtische Grünflächen wie der Seegarten und der Stadtgarten werden gut angenommen, am Ochsenkopf hält sich hingegen niemand auf“, argumentierte Gradel. Die Heidelberger schlossen sich laut Matthias Diefenbacher diesem Vorschlag an. Er erhielt schließlich sieben Stimmen bei zehn Gegenstimmen.

Verwaltung schlägt Umzug vor

Die Stadtverwaltung hatte den Umzug des Betriebshofs auf den Großen Ochsenkopf vorgeschlagen – und jene von drei Varianten bevorzugt, die mit 62 Millionen Euro veranschlagt wird. Busse und Stadtbahnen würden im Außenbereich geparkt, um die überdachte Halle nicht zu groß geraten zu lassen. Bei der Summe sind Kosten von Ausgleichsmaßnahmen noch nicht berücksichtigt. Der Antrag der Stadtverwaltung wurde mit sieben Ja- und zehn Nein-Stimmen abgelehnt.

Christoph Rothfuß (Bündnis 90/ Die Grünen) blieb dem Antrag aus Bezirksbeirat treu: „Die beste Standortoption ist das Airfield“, forderte er eine erneute Prüfung. Das Airfield habe einige Vorteile: „Viel Platz, eine günstige Lage für die Anbindung an Patrick Henry Village sowie Schwetzingen – und die Wiese am Ochsenkopf würde erhalten bleiben. Am Altstandort könnten außerdem alle Park- und Bebauungspläne realisiert werden. Parteifreund Peter Holschuh ergänzte, dass der neue Betriebshof auf dem ehemaligen Flugfeld 15 Millionen Euro günstiger wäre. Für ihren Antrag sammelten die Grünen indes nur sechs Ja-Stimmen, zehn Ausschussmitglieder (inklusive Stadtchef Würzner) stimmten dagegen und ein Stadtrat enthielt sich.

An Beschluss von 2017 erinnert

„Das Airfield kommt für uns überhaupt nicht in Frage“, betonte denn auch Judith Marggraf (SPD): „Das wäre völlig absurd und würde die Bahnstadt zerschneiden.“ SPD-Fraktionschefin Anke Schuster erinnerte an den Gemeinderatsbeschluss vom Februar 2017, der die Standortfrage auf den Ochsenkopf und den alten Standort begrenzte. „41 Räte haben dafür gestimmt. Es kann nicht sein, dass man ein Jahr später sagt: zurück zum Anfang“, kritisierte Schuster die Grünen. Der SPD-Antrag, am alten Standort neu zu bauen, fand nur fünf Befürworter. Elf Stadträte stimmten dagegen, einer enthielt sich. Zustimmung kam auch von Bernd Zieger (Linke).

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