HeidelbergCement

Baustoffe Klimaschützer wollen protestieren / Gute Zahlen für 2019

HeidelbergCement steigert Ergebnis

Heidelberg.Der Baustoffhersteller HeidelbergCement hat im abgelaufenen Geschäftsjahr trotz sinkender Zementverkäufe mehr Umsatz gemacht als im Vorjahr. Die Erlöse stiegen 2019 um 4,3 Prozent auf knapp 18,6 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Mittwochabend in Heidelberg mitteilte. Dabei profitierte HeidelbergCement von Preiserhöhungen.

Schulden weiter reduziert

Der Umsatz verfehlte die Erwartungen des Konzerns leicht. HeidelbergCement begründete dies mit geringeren Umsätzen aus dem Handelsgeschäft, besonders des Brennstoffhandels mit Drittkunden. Das Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs vor Abschreibungen konnte der Baustoffhersteller jedoch deutlich steigern – es legte um 15,5 Prozent auf knapp 3,6 Milliarden Euro zu. Inklusive Wertberichtigungen nahm das Ergebnis um 8,8 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro zu.

Die Nettofinanzverschuldung konnte HeidelbergCement im Schlussquartal noch einmal reduzieren. Zum Jahresende sank sie auf 7,1 Milliarden Euro, HeidelbergCement hatte als Ziel zuletzt 7,4 Milliarden Euro ausgegeben. Quartalszahlen und Details zum Jahresverlauf will das Unternehmen am 18. Februar vorlegen. Der vollständige Konzernabschluss sowie die Prognose wird den Angaben zufolge am 19. März veröffentlicht.

Abseits des operativen Geschäfts steht dem Konzern unterdessen Ungemach ins Haus: An diesem Freitag streikt „Fridays for Future Heidelberg“ zum ersten Mal gegen den Baustoffhersteller. Kritisiert wird, dass der Konzern zu den europäischen Unternehmen mit dem höchsten Kohlendioxid-Ausstoß gehöre. „Fridays for Future“ ruft am Valentinstag unter dem Motto „Make Love – Not Cement” zur Demonstration auf. Der Protest startet um 11.30 Uhr an der Stadtbücherei in Heidelberg.

„Dass sich HeidelbergCement Umweltschutz auf die Fahne schreibt und gleichzeitig Produzent eines Produktes ist, das acht Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes ausmacht, ist mehr als zynisch“, heißt es in einer Pressemitteilung. Bei der Zementherstellung fällt viel CO2 an, weil große Mengen fossile Energie gebraucht werden und zudem im Produktionsprozess CO2 entzogen wird. „Fridays for Future“ hatte zuletzt Siemens ins Visier genommen wegen einer Lieferung für ein Kohlebergbauprojekt in Australien. 

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