Heidelberger Druckmaschinen

Bilanz Unternehmen erwartet langsameren Umsatzanstieg / Bundeskartellamt untersagt Übernahme der MBO-Gruppe

Heideldruck-Gewinn legt kräftig zu

Archivartikel

Heidelberg.Die Heidelberger Druckmaschinen AG hat in ihrem Geschäftsjahr 2018/19 auch dank neuer Abomodelle ihre operativen Ziele erreicht. In das neue Geschäftsjahr geht der Druckmaschinenhersteller jedoch mit Vorsicht. Das Unternehmen rechne im Geschäftsjahr 2019/20 beim Konzernumsatz und der Profitabilität insgesamt mit einer stabilen Entwicklung gegenüber 2018/19, teilte Heidelberger Druck gestern Abend mit.

Jedoch verzögerten die konjunkturellen Rahmenbedingungen die mittelfristigen Wachstumsaussichten, hieß es weiter. Heidelberg erwartet nun einen langsameren Umsatzanstieg als bisher geplant, allerdings mit einem gegenüber heute deutlich höheren Anteil des konjunkturresistenten Vertragsgeschäfts.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr (Ende März) hatte der Konzern vorläufigen Zahlen zufolge auch dank eines Endspurts im Schlussquartal seinen Umsatz um drei Prozent auf 2,49 Milliarden Euro gesteigert. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) legte von 172 Millionen Euro im Vorjahr auf nunmehr 180 Millionen Euro zu. Unter dem Strich kletterte der Gewinn um die Hälfte auf 21 Millionen Euro.

Schlechte Nachrichten gab es dagegen gestern vom Bundeskartellamt: Die Behörde hat die Übernahme der MBO-Gruppe durch Heideldruck untersagt. „Der Marktführer Heidelberger Druckmaschinen würde mit der MBO-Gruppe seinen wesentlichen Wettbewerber übernehmen“, sagte Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, gestern in Bonn. Der Zusammenschluss hätte aus Sicht der Behörde eine marktbeherrschende Position im Spezialmarkt für die Herstellung von Bogenfalzmaschinen mit europaweit insgesamt vier Unternehmen eingenommen. Eine Übernahme hätte den Wettbewerb zum Nachteil der Kunden erheblich beeinträchtigt.

„Wir nehmen die Entscheidung mit Bedauern zur Kenntnis und gehen unseren Weg, auch wenn wir auf die künftige Marktstellung des kombinierten Unternehmens eine andere Sicht haben“, kommentierte der Vorstandschef Rainer Hundsdörfer den Beschluss. Die Untersagung ist noch nicht rechtskräftig. Die Beteiligten können beim Oberlandesgericht Düsseldorf Beschwerde dagegen einlegen.