Heidelberger Druckmaschinen

Heideldruck Vorstandschef Rainer Hundsdörfer sieht große Nachfrage nach digitalen Angeboten

„Sind auf einem guten Weg“

Archivartikel

Wiesloch-Walldorf.Es ist viel von Zuversicht und Wachstum die Rede: Rainer Hundsdörfer, Vorstandsvorsitzender der Heidelberger Druckmaschinen, sieht den Konzern auf einem guten Weg beim Wandel zum digitalen Unternehmen. „Wir können wichtige Fortschritte vermelden“, erklärt er bei der Vorlage der Zahlen für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres. So sei es etwa Ende 2017 gelungen, den ersten Subskriptionsvertrag mit einer Druckerei zu unterzeichnen. Dabei erhält der Kunde neben einer Druckmaschine auch Software, Service und Verbrauchsmaterialien.

„Mit diesem Modell stoßen wir auf enormes Interesse“, so Hundsdörfer. Bereits für das Geschäftsjahr 2019/20 peilt das Unternehmen mehr als 100 solcher Verträge an – und rechnet pro Kunde im Schnitt mit einem Verbrauchsmaterialumsatz von mehr als einer Million Euro jährlich. „Ein Meilenstein für unsere Wachstumsstrategie“, meint Hundsdörfer und bekräftigt: „Wir sind fest davon überzeugt, in fünf Jahren einen Konzernumsatz von rund drei Milliarden Euro und einen Nachsteuergewinn von über 100 Millionen Euro zu erreichen.“

Möglich machen sollen das Mehrumsätze in Höhe von 250 Millionen Euro aus neuen Digitalangeboten. Vom Geschäft mit Digitaldruckmaschinen, in dem die Nachfrage den Angaben zufolge ebenfalls steigt, erwartet Heideldruck Umsätze in Höhe von 300 Millionen Euro, 50 Millionen Euro sollen durch neue Angebote wie Ladeboxen für die E-Mobilität hinzukommen.

Teurer Tarifabschluss

Nach neun Monaten liegt der Konzernumsatz mit 1,66 Milliarden Euro leicht unter dem Vorjahreswert. Geschuldet ist das laut Hundsdörfer Währungseffekten aus Asien und den USA. Unter dem Strich steht ein Verlust von zehn Millionen Euro. Dem Unternehmen zufolge macht sich hier eine Belastung aus der US-Steuerreform in Höhe von 25 Millionen Euro bemerkbar. Für das Geschäftsjahr erwartet Heideldruck daher ein Ergebnis deutlich unter dem Vorjahreswert (36 Millionen Euro).

Auch der Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie wird sich künftig bemerkbar machen: „Wir gehen von einer Steigerung der Personalkosten zwischen 25 und 30 Millionen Euro aus“, erklärt Finanzvorstand Dirk Kaliebe. Kompensieren will Heideldruck das über eine gesteigerte Produktivität, ein Teil müsse auch an die Kunden weitergegeben werden, so Hundsdörfer. kla