Hirschberg

Hirschberg Gutachten der Gemeinde zur Wirtschaftlichkeit der Gewerbeparkerweiterung liegt vor / Geringe Belastungen, hohe Einnahmen

1,3 Millionen Euro Gewinn bis 2030 möglich

Die Diskussion um die geplante Erweiterung des Hirschberger Gewerbeparks hat neue Nahrung erhalten, denn es liegt eine von der Gemeinde in Auftrag gegebene Wirtschaftlichkeitsuntersuchung vor. Die von dem Unternehmen Cima Beratung + Management GmbH erstellte Expertise rechnet damit, dass die Gemeinde abzüglich aller kommunalen Ausgleichszahlungen und Mehrbelastungen, etwa durch Straßenunterhaltung, bis 2030 durch die Gewerbegebietserweiterung zusätzliche Einnahmen von 1,14 bis 1,3 Millionen Euro generieren kann. Die jährlichen Mehreinnahmen für die vollständig besiedelte Erweiterungsfläche werden je nach Typ des Gewerbes, das sich dort ansiedelt, mit 240 000 bis 270 000 Euro beziffert. Es könnten 350 bis 537 Personen eine neue Beschäftigung erhalten.

Die Studie geht bis zum Jahr 2035 von einem Mehrbedarf an Gewerbeflächen von brutto mindestens 8,8 Hektar in Hirschberg aus. Diese Zahl wird gewonnen aus der trendbasierten Prognose des Rhein-Neckar-Kreises über die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen; diese sieht einen Zuwachs von 22,7 Prozent in der Zeit von 2018 bis 2035 vor.

Starker Job-Zuwachs

Die Verfasser der Studie errechnen daraus einen Gewerbeflächenbedarf, lassen dabei aber unberücksichtigt, dass die Beschäftigtenentwicklung in Hirschberg in der letzten Dekade deutlich positiver als im Rhein-Neckar-Kreis und auch als im Landesdurchschnitt ausfiel.

Die zusätzlichen Einnahmen durch die Erweiterung des Gewerbegebietes können sich nach Ausrichtung der Unternehmen unterscheiden. Cima stellt aus diesem Grund drei Szenarien auf: Bei der ersten Annahme wird unterstellt, dass die Unternehmen, die sich in der Erweiterungsfläche ansiedeln, die gleiche Zusammensetzung nach Wirtschaftsbereichen haben wie im bestehenden Gewerbegebiet. Das zweite Szenario geht davon aus, dass sich die Zusammensetzung deutlich in das Dienstleistungsgewerbe verschiebt. Im dritten Szenario wird angenommen, dass produzierendes und verarbeitendes Gewerbe sowie Logistik und Lagerhaltung in der Erweiterungsfläche dominieren.

Auswirkungen hat dies vor allem auf die Zahl der zusätzlichen Beschäftigten, die bei einer dominanten Dienstleistungsausrichtung mit 537 angegeben wird und in den beiden anderen Szenarien mit 350 beziehungsweise knapp 400 Beschäftigten deutlich darunter liegt.

Cima geht davon aus, dass nur jeder zehnte neue Beschäftigte auch neuer Einwohner in Hirschberg wird, und beziffert die Spanne mit 37 und 57 Personen. Das sei jedoch ein Minimalwert, der nicht berücksichtige, dass weitere Personen zum Haushalt des Beschäftigten gehörten. Selbst wenn sich die Anzahl der Einwohner durch die Gewerbegebietserweiterung um 100 bis 150 Personen erhöhe, führe dies aber nicht zu Folgekosten für die Gemeinde im Hinblick auf die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum, Kindergarten-, Schulplätzen oder sonstiger Infrastruktur, heißt es außerdem in der Studie.

Großen Raum nehmen in der Studie die Berechnungen von Mehreinnahmen und Kosten ein. Bei der Gewerbesteuer wird bei Vollbelegung der Fläche je nach Verteilung des Gewerbes mit einem jährlichen Plus von 640 000 bis 723 000 Euro gerechnet, bei der Grundsteuer mit jährlichen Zusatzeinnahmen von 108 000 bis 120 000 Euro.