Hirschberg

Hirschberg Gläubige aus der Region pilgern am morgigen Dienstag wieder zur Wallfahrtskirche in Leutershausen / Lichterprozession als Höhepunkt

Auf der Suche nach der Orientierung

Das Fest Mariä Himmelfahrt, das am Mittwoch, 15. August, gefeiert wird, hat für die katholische Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist Leutershausen eine besondere Bedeutung. Es ist alljährlich der Hauptwallfahrtstag zur Schwarzen Madonna.

Die heutige Wallfahrtskirche wurde vor über 110 Jahren gebaut und am 29. Oktober 1907 durch den Erzbischof der Erzdiözese Freiburg, Dr. Thomas Nörber, offiziell eingeweiht. Das Gnadenbild hatte vor dem Bau der neuen Pfarrkirche einen anderen Standort. Auf dem Platz vor dem Schloss des Grafen von Wiser, das Graf Ferdinand Andreas 1710 erbaut hatte, steht die Schlosskapelle, die 1737 gebaut wurde und 1742 ihre Weihe erhielt. Sie beherbergte von Anfang an das Gnadenbild der Schwarzen Madonna. In dieser Zeit ist erstmals vor rund 370 Jahren die Wallfahrt in Leutershausen bezeugt. Ob schon vorher, vielleicht in den Wirren des damaligen Dreißigjährigen Krieges, Pilger nach Leutershausen kamen, um bei der Gottesmutter Schutz und Fürbitte zu erflehen, ist ungewiss.

Als Loreto-Kapelle gebaut

Die Schlosskapelle jedenfalls wurde als Loreto-Kapelle erbaut. Sie sollte eine Nachbildung des heiligen Hauses der heiligen Familie von Nazareth von Loreto sein, das nach der Legende nach Italien versetzt wurde. Das Original ist also in der Stadt Loreto an der italienischen Adria zu finden. Die Stadt gehört zu den berühmten und ehrwürdigen Denkmälern der Christenheit. Einer alten Überlieferung zufolge wurde das Haus der Mutter Gottes und ihres Kindes, das in Nazareth zur Kultstätte geworden war, von den Engeln an die Adriaküste überführt, als die Araber in den heiligen Stätten Palästinas einfielen.

Das "Heilige Haus" von Loreto ist die Stätte der Vergegenwärtigung des Hauses von Nazareth, wo Maria lebte, wo die Verkündigung geschah und auch die Menschwerdung Jesus begann. Seit 1294 ist Loreto einer der größten Gebetsorte Italiens. Die Epoche der großen Wallfahrten dort begann um die Mitte des 15. Jahrhunderts, als den einfachen und armen Menschen die Adeligen, Prinzen, Könige, Kaiser, Dichter, Künstler, Gelehrten, Bischöfe, Kardinäle und auch Päpste folgten.

Meisterwerk der Holzschnitzerei

Zum Schutz der kleinen Kirche mit dem Heiligtum wurde später eine Basilika errichtet, unter deren Kuppel das ursprüngliche Kirchlein mit der Marienstatue steht. Das Gnadenbild in Leutershausen ist eine Nachbildung der Schwarzen Madonna von Loreto, das nun der Marienaltar in einem besonderen Chor der Pfarrkirche St.-Johannes-Baptist birgt. Der Altar mit dem Gnadenbild ist eine Meisterleistung und ein Meisterwerk der Holzschnitzerei von Pius Hausch und wurde 1908 gefertigt. Wie ein mächtiger, prächtig verzierter Rahmen umschließt er das Heiligtum, das Gnadenbild. Links im Geäst und Geranke des Altars ist ein Vogelnest zu sehen, auch die vernunftlose Kreatur singt das Lob der Gottesmutter, soll dieses Geschaffene aussagen. Oben sind schwebende Engel, zwei davon singen und zwei halten ein Wappenschild mit dem Monogramm Mariens. Die Tür des Tabernakels ziert eine Darstellung der Verkündigung an Maria, während sich rechts und links davon zwei Symbole Mariens befinden, ein "Goldenes Haus" und ein "Verschlossener Garten".

Das Fenster des Gnadenbildes ist eine Stiftung des bekannten Augenarztes Dr. Maximilian von Wiser und seiner Mutter, der Gräfin Adeleide von Wiser, geborene Fürstin von Wrede. Es stellt dar: Maria Verkündigung, Maria Heimsuchung; die Geburt Jesu und Maria als Himmelkönigin. wh