Hirschberg

Hirschberg Voranfrage im Technischer Ausschuss für den Umbau des Hauses in der Hohensachsener Straße 2 befürwortet

Aus Praxisräumen werden Wohnungen

Diese unverhältnismäßige Härte wollte der Technische Ausschuss (TA) dem Eigentümer des Anwesens Hohensachsener Straße 2 in Großsachsen nicht zumuten. Einstimmig befürwortete das Gremium daher die Bauvoranfrage zur Nutzungsänderung von Praxisräumen in Wohnräume sowie zum Ausbau des Dachgeschosses. Nach eingehender Debatte wurden zwei Punkte dem Antrag hinzugefügt. So soll die Baurechtsbehörde beim Kreis auf die Park- und Stellplatzsituation hinweisen. Zudem wurde der Wunsch geäußert, dass der Bauherr wenn möglich faire und bezahlbare Preise verlangt, also auch für bezahlbaren Wohnraum sorgt.

Folgende Änderungen sind in dem Komplex vorgesehen: Im Haus A, wo sich die Apotheke im Erdgeschoss befindet, werden die Praxisräume im ersten Obergeschoss zu einer Wohnung umgebaut. Die Praxisräume im zweiten Obergeschoss werden auch in Wohnraum umgebaut, wobei zwei Maisonette-Wohnungen entstehen sollen. Insgesamt entstehen in diesem Gebäude drei Wohneneinheiten. Die Apotheke im Erdgeschoss bleibt. Im Haus B (Anbau) wird künftig im Erdgeschoss nur noch etwa die Hälfte als Bürofläche genutzt Der andere Teil wird zum Wohnraum. Die Praxisräume im 1. Obergeschoss werden in Wohnungen umgewandelt. Die bestehende Wohnung im Dachgeschoss bleibt. Insgesamt entstehen hier drei Wohneinheiten.

Zwei Gewerbeeinheiten

Am Ende sollen nach dem Umbau zwei Gewerbeeinheiten und sechs Wohneinheiten entstehen. Vorher waren es fünf Gewerberäume und zwei Wohnungen. Der Bebauungsplan legt für diesen Bereich drei Wohnungen je Einzelhaus und zwei Wohnungen je Doppelhaushälfte fest. Jedoch widerspricht der Gebäudekomplex schon heute laut Bürgermeister Manuel Just den Vorgaben des Bebauungsplans „Südlich der Hohensachsener Straße“. Denn das Haupthaus mit Apotheke ist bereits heute ein dreigeschossiges Gebäude.

Aufgrund der Größe der beiden Gebäude sowie des baulich „nachträglich dazwischen geschobenen Treppenhauses“ hält es die Verwaltung für sinnvoll und gerechtfertigt, die beiden Gebäude nicht als Doppelhäuser, sondern als Einzelgebäude zu definieren, sodass je Gebäude drei Wohneinheiten laut Bebauungsplan zulässig sind. „Wir schaffen zwar einen Präzedenzfall, aber wir müssen auch die Besonderheit des Gebäudes betrachten“, meinte Just.

Egon Müller, beratendes Mitglied der GLH, fand vor allem die Schaffung von Wohnraum positiv: „Man könnte die Befreiung vom Bebauungsplan ja an die Bedingung knüpfen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.“ Eine weitere Nachfrage Müllers betraf das Thema Parkplätze. Pro Wohneinheit müssten zwei Stellplätze ausgewiesen werden, so Just.

Stellplätze sind nachgewiesen

Auf dem Grundstück ist dies kein Problem. Dort werden zehn Plätze nachgewiesen. Hinzu kommen fünf Stellplätze entlang der Birkenstraße sowie zwei weitere Stellplätze auf einem Privatgrundstück.

„Wir können sozialen Wohnraum nicht als Bedingung mit dem Einvernehmen knüpfen. Dies ist nicht zulässig“, argumentierten Bürgermeister Just und Bauamtsleiter Rolf Pflästerer bei dem Vorschlag der GLH: „Wir haben jedoch Kontakt zum Bauherren und der zeigte die Bereitschaft, für einen gewissen Bereich 7,50 bis zehn Euro je Quadartmeter zuzulassen“, ergänzte Just.

Bernd Kopp, Freie Wähler, sprach generell von einer schwierigen Situation, weil gleich der erste Antrag zum Bebauungsplan eine Ausnahme sei. Grundsätzlich sei man aber dafür, Gewerbe- in Wohneinheiten umzuwandeln. „Wir können dem Eigentümer nicht zumuten, die Räume leer stehen zu lassen.“

FDP-Sprecher Oliver Reisig wollte ebenfalls keine „ungewollte Härte“ für den Eigentümer und stimmte zu. Wolfgang Pfisterer (CDU) und Ulrich Schulz, beratendes Mitglied der SPD, wollten angesichts des knappen Wohnraums in der Region keinen Leerstand. Folglich stimmten auch sie der Bauvoranfrage zu. hr