Hirschberg

Hirschberg Gründungsversammlung zum neuen Ortsverband / Andreas Well übernimmt den Vorsitz

BdS spricht künftig mit einer Stimme

Archivartikel

Die Gemeinde bekommt einen neuen Verein. Dafür verliert sie zwei. Knapp 50 Minuten dauerte die Versammlung im Bürgersaal des Rathauses und die Gründung des BdS Hirschberg war vollzogen. Neuer Vorsitzender wird Andreas Well, der schon viele Jahre den Bund der Selbstständigen aus Leutershausen führt. Bürgermeister Ralf Gänshirt sprach sowohl für die Gemeinde als auch für die Gewerbetreibenden von einem besonderen Tag. Und es war eine Ehre für ihn, bei dieser historischen Versammlung dabei zu sein: „Wir schreiben Ortsgeschichte“, sagte er und meinte, dass dies ein weiterer Schritt zum Zusammenwachsen der Gemeinde sei. Er selbst begrüße derartige Fusionen: „Die Gemeinde begleitet dies positiv, aber forciert diesen Prozess nicht.“

Vor seiner Wahl zum Vorsitzenden erläuterte Well zunächst die Bedeutung dieser Gründung für Hirschberg. „Der neue BdS ist eine schlagkräftige Vereinigung. Wir waren lang Zeit so stark, weil wir zwei getrennte Ortsverbände waren. Aber jetzt ist es an der Zeit zusammenzugehen.“ Anschließend ging er Punkt für Punkt die neue Satzung durch, in der man von beiden bisherigen Hirschberger Ortsverbänden Passagen übernommen hatte. Zweck des Vereins, Mitgliedschaft, Rechte und Pflichten der Mitglieder, geschäftsführender und erweiterter Vorstand – hier gibt es grundsätzlich keine großen Unterschiede zu anderen Vereinen. Dennoch wies Well auf eine Neuerung hin. So kann der geschäftsführende Vorstand, bestehend aus Vorsitzendem, stellvertretenden Vorsitzendem, Schriftführer und Kassier, befristet einen Geschäftsführer für Sonderaufgaben benennen. Dessen Funktionen, Aufgaben und Vergütungen müssen in einem Vertrag vereinbart werden.

Hundertprozentige Zustimmung

Als Vorbild diente hier die Regelung beim Schriesheimer Mathaisemarkt, wo es derartige Geschäftsführer gibt. Um niemanden, der unbedingt mitarbeiten will, davon abzuhalten, wurde bewusst keine Begrenzung bei den Beiräten vorgenommen. Um immer einen Vorstand zu haben, wurde bei der Gründungsversammlung der neue Vorsitzende, der Kassier und die Hälfte der Beiräte und ein Kassenprüfer zunächst für drei Jahre gewählt. Später werden sie wie üblich auf zwei Jahre gewählt. Der stellvertretende Vorsitzende und der Schriftführer sowie die andere Hälfte des Beirats werden um ein Jahr versetzt ebenfalls gewählt. Damit wird gewährleistet, dass der BdS Hirschberg immer handlungsfähig bleibt. Im Falle einer Vereinsauflösung, wovon Well natürlich nicht ausgeht, wird bei der Bürgerstiftung das Geld für zehn Jahre fest hinterlegt und nach Ablauf dieser Zeit dem Kapitalstock der Bürgerstiftung zugeführt. Der Restbetrag des Kontos für die Hirschberger Geschenkgutscheine werden ab dem Datum der Auflösung des Vereins von der Gemeinde für den Zeitraum von längstens fünf Jahre treuhänderisch verwaltet.

Dass der neue Vorstand und vor allem Fidelis Stachniß bei der Satzung gut gearbeitet hatte, zeigte die hundertprozentige Zustimmung. Mit der Annahme der Satzung wurde der neue BdS Hirschberg offiziell gegründet. Bürgermeister Ralf Gänshirt fungierte anschließend als Wahlleiter. Sämtliche Wahlen erfolgten ohne Gegenstimme. Well freute sich über seine Wahl zum Vorsitzenden und über seine neue Aufgabe im geeinten BdS Hirschberg. Jetzt gelte es, die Ortsverbände zusammenzuführen. Auch die Regelung für die Mitgliedsbeiträge passierte einstimmig die Gründungsversammlung. Vollmitglieder zahlen zukünftig 100 Euro, Zweitmitglieder 50 Euro und Senioren 20 Euro.

Ehe die Gewerbetreibenden mit Sekt auf ihren neuen Ortsverband anstießen, erläuterte Vorsitzender Well das weitere Prozedere. Die Satzung muss nun dem Amtsgericht vorgelegt werden. Sofern alles in Ordnung ist, werden sich die Ortsverbände aus Großsachsen und Leutershausen in der Mitgliederversammlung damit beschäftigen und die Verschmelzung beschließen. hr