Hirschberg

Hirschberg Planungsbüro stellt im Gemeinderat Hallensanierungs- und Neubaukonzept vor

„Bürgerhaus light“ denkbar

Es sind Zahlen, an die man sich erst langsam gewöhnen muss; von der „billigsten“ bis zur kostspieligsten Variante stehen nun Gesamtbeträge zwischen 13,5 und 29,2 Millionen Euro im Raum. So viel könnte es kosten, wenn die Gemeinde Hirschberg den Plan, ihre Sportstätten auszubauen oder zu sanieren, in die Tat umsetzt.

Die „Hausnummern“ stehen im Hallensanierungs- und Neubaukonzept, das gestern in der Gemeinderatssitzung vorgestellt wurde. Ein Dreivierteljahr arbeitete das örtliche Planungsbüro Bernd Kopp Architekten an der Studie, für die die Gemeinde einen Betrag „im kleinen fünfstelligen Bereich“ in die Hand nahm, wie Bürgermeister Manuel Just gegenüber dieser Zeitung erklärte. Nun wurden die Ergebnisse von Gebäudeuntersuchungen, verschiedene Alternativen und eben auch die vorläufige Kostenschätzung dargestellt.

Seit elf Jahren Thema

Bereits seit über elf Jahren beschäftige das Thema die Gemeinde, Machbarkeitsstudien und Befragungen der Sportvereine, SGL und TVG, gingen der aktuellen Begutachtung voraus, erläuterte Just. Der Zustand der Sachsenhalle in Großsachsen wird dank ständiger Sanierungsmaßnahmen als gut eingestuft: Neue Türen, Böden, Sanitärbereiche und Heizung ergeben einen vergleichsweise überschaubaren Renovierungsbedarf. Anders sieht es bei der Heinrich-Beck-Halle in Leutershausen aus. Deckenpaneele und Bänke in den Umkleiden sind beschädigt, durch seine abgelegene Lage ist der Keller anfällig für Vandalismus, braucht zudem eine Lüftung. An der Ostseite gibt es Feuchtigkeitsschäden, außerdem sind die aktuellen Brandschutzauflagen nicht erfüllt.

Keine Denkverbote

Weil die Planer ausdrücklich „ohne Denkverbote“, wie Just sagt, an ihre Aufgabe herangehen sollten, wurden für jede Halle verschiedene Varianten durchgespielt. Sprich Erweiterung in verschiedenen Formen: Bei der Sachsenhalle könnte eine Tribüne sowie eine Trainingshalle angebaut werden. Für die Heinrich-Beck-Halle reichen die Szenarien von einem Spieler-Eingang über Tribüne und neues Foyer bis zur „liga-tauglichen“ Ausstattung, die ihrerseits ein ehrgeiziges Projekt ist und gekoppelt an den Aufstieg der 1. Herrenmannschaft im Handball in die Bundesliga.

In diesem Fall muss der Standort unter anderem Flächen für Fernseh-Übertragungswagen bieten, Produktionsbüro, hoch leistungsfähiges WLAN, eine Hallenbeleuchtung von 1500 Lux und in der ersten Bundesliga auch mindestens 2250 Zuschauerplätze.

Fehlt noch die dritte Alternative, nämlich ein Neubau am Sportzentrum. Auch hier zeigen die Planer ein breites Spektrum an Möglichkeiten, angefangen von der einfachen Halle über eine Mehrzweckhalle – Planer Uli Schulz spricht vom „Bürgerhaus light“ – bis zur Großsporthalle mit 2500 Sitz- und Stehplätzen. Jede Variante mal mit, mal ohne Fitness-Studio und Restaurantbereich. Hier erreicht das Gutachten dann die höheren Preisregionen, denn in jedem Fall kommen noch weitere Arbeiten hinzu: Aus den Feldwegen am Sportzentrum müssten Erschließungsstraßen werden, die Gemeinde müsste erhebliche Beträge für den Grundstückserwerb aufwenden, außerdem müssten in jedem Fall Parkplätze gebaut werden.

Fördermittel beantragt

Bereits im Sommer 2018 stellte das Rathaus einen Förderantrag auf Bundesmittel für einen Anbau an die Sachsenhalle und ein drittes Spielfeld. Darin sei kein Vorgriff auf eine Gemeinderatsentscheidung zu sehen, betont die Verwaltungsvorlage: Nur sei damit die Chance auf immerhin 45 Prozent Förderung verbunden. Noch ist nicht klar, ob der Vorstoß von Erfolg gekrönt war, denn die Behörde hat einen Bescheid für „Anfang 2019“ in Aussicht gestellt.

In jedem Fall regt die Verwaltung die Gründung einer Kommission aus Gemeinderats- und Vereinsvertretern an; Just sieht darüber hinaus eine weitere Maßnahme ohne Alternative: „Wir brauchen in jedem Fall ein drittes Spielfeld, schon um die Bauzeit für die Vereine zu überbrücken.“