Hirschberg

Hirschberg Abbrucharbeiten am Gebäude an der Ecke Hölderlinstraße/Fenchelstraße gestartet / Gesamtkosten: 6,25 Millionen Euro

Der Kindergarten wird jetzt entkernt

Die Gruppe Bauarbeiter macht gerade Pause, jeder mit einer Zigarette in der Hand. Den früheren Nutzern des evangelischen Kindergartens in Leutershausen hätten die dicken Rauchschwaden vermutlich den Angstschweiß auf die Stirn getrieben, doch seit die Einrichtung in den Pavillon der Martin-Stöhr-Schule umgezogen ist, kümmert sich im alten Gebäude in der Fenchelstraße niemand mehr um Teer, Kondensat und Nikotin.

Jetzt sind die Arbeiter der Frankenthaler Firma Nergiz zum ersten Mal angerückt, um das Gebäude zu entkernen. Der sieben Mann starke Trupp entkernt zunächst die Holz-Bauteile: Verschalungen, Heizkörperverkleidungen, Türen und Türzargen werden herausgerissen, dann sind Steckdosen und Elektrik dran. „Wir fangen jeden Morgen um acht Uhr an“, sagt ein Mann aus der Gruppe.

Drei Wochen, schätzen die Arbeiter, dürfte dieser Teil des Abbruchs insgesamt dauern. Kann der Zeitplan eingehalten werden, so rückt Anfang Mai die Kolonne mit der Abrissbirne an, und es geht dem Gebäude auch äußerlich an den Kragen. Dieser erste Schritt zum neuen Kindergarten fiel übrigens deutlich günstiger aus als anfangs kalkuliert: Mit 170 000 Euro lag das Angebot für den Abbruch um knapp die Hälfte unter den ursprünglich kalkulierten 330 000 Euro, die die Maßnahme hätte kosten sollen.

Von außen sieht man dem Gebäude derzeit nicht allzu viel an. Die Graffiti-Sprüher, die sich in den vergangenen Wochen überall im Gebäude austoben durften, hinterließen innen und auch auf manchen Fensterscheiben ihre Spuren; leuchtende Farben und nach wie vor ein Hauch Lösungsmittelaroma zeugen noch von dem Kunstprojekt. Wenn man durch die Eingangstür geht, scheint die Zeit allerdings stehen geblieben zu sein: Auf dem Brett rechts neben dem Rahmen hängen noch immer der Plan eines Sportvereins und die Angebote von zwei Tagesmüttern.

Die Gesamtkosten für den Kindergartenneubau, für den die politische Gemeinde verantwortlich ist, liegen laut Verwaltung bei 6,25 Millionen Euro. Dabei entfallen eine Million Euro auf den Kauf des Grundstückes. Im Jahr 2020 soll der neue Kindergarten fertiggestellt sein. Vermutlich einige Zeit später auch das neue Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde, das gegenüber dem Rathaus in der Großsachsener Straße errichtet werden soll. stk