Hirschberg

Hirschberg Fast 8000 Wahlberechtigte können am Sonntag über den künftigen Bürgermeister entscheiden

Duell zwischen Gänshirt und Würz?

Archivartikel

Knapp 8000 Hirschberger sind am kommenden Sonntag, 4. August, dazu aufgerufen, ihren neuen Bürgermeister zu wählen. Nachdem beim ersten Urnengang vor eineinhalb Wochen keiner der vier Bewerber die absolute Mehrheit erreicht hatte, genügt bei der Neuwahl die relative: Wer die meisten Stimmen erhält, der gewinnt.

Anders als im benachbarten Bundesland Hessen gibt es in Baden-Württemberg keine Stichwahl zwischen den beiden Bewerbern mit den meisten Stimmen, sondern eine Neuwahl. Dabei können nicht nur alle Kandidaten der ersten Runde, sondern auch ganz neue antreten. Von dieser Möglichkeit hat in Hirschberg Frederik Heil Gebrauch gemacht.

Den Unterschied zwischen Neu- und Stichwahl kennt natürlich auch Kandidat Ralf Gänshirt. Trotzdem stand auf seinen Plakaten „Stichwahl 4. August“. Bei dem Aufkleber handle es sich um einen „Kommunikationsfehler mit seinem Wahlkampfteam“, sagte Gänshirt auf Nachfrage. Ihm sei wichtig gewesen, dass das Datum des zweiten Wahlgangs noch einmal kommuniziert werde, damit die, die noch nicht in Urlaub seien, an der Wahl teilnähmen. Auf Anweisung des Kommunalrechtsamts des Rhein-Neckar-Kreises musste Gänshirt den Aufdruck entfernen oder unkenntlich machen, weil der Begriff „Stichwahl“ irreführend sei, wie die Behörde monierte.

Im ersten Wahlgang fehlten dem Hauptamtsleiter Ralf Gänshirt exakt 212 Stimmen für die erforderliche absolute Mehrheit. Seinen Mitbewerber Christian Würz trennten 416 Stimmen vom Sieg. Vieles spricht dafür, dass der von Grünen, Freien Wählern und SPD unterstützte Gänshirt und der CDU-Gemeinderat Würz das Rennen unter sich ausmachen.

Der Mannheimer Jens Flammann, der in der ersten Runde ohne Unterstützung einer örtlichen Partei knapp 13,2 Prozent erreicht hatte, müsste schon mächtig aufholen, um ganz an die Spitze vorzurücken. Ihn trennten fast 1200 Stimmen von Würz und sogar fast 1400 Stimmen von Gänshirt.

Der Leutershausener Bewerber Tobias Wolk blieb im ersten Durchgang unter einem Prozent und spielte damit praktisch keine Rolle. Zwar steht mit dem Heidelberger Studenten Frederik Heil von der Satirepartei „Die Partei“ ein fünfter Name auf dem Stimmzettel, doch ernsthafte Chancen werden ihm nicht eingeräumt.

In den beiden Ortsteilen Großsachsen und Leutershausen verlief der erste Wahlgang unterschiedlich. In Großsachsen hatte der dort lebende Würz mit 49,1 Prozent (778 Stimmen) die Nase vor Gänshirt (42,3 Prozent, 671 Stimmen), in Leutershausen war es umgekehrt. Dort lag Gänshirt mit 46,1 Prozent (1225 Stimmen) vorn, Würz kam mit deutlichem Abstand und 35,5 Prozent (943 Stimmen) auf Platz zwei.

Wahlbeteiligung könnte steigen

Luft nach oben ist auch bei der Wahlbeteiligung. Im ersten Durchgang hatten nur knapp 54 Prozent von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. Bei der Kommunwalwahl im Mai waren es dagegen rund 70 Prozent. Eine leichte Tendenz nach oben verzeichnet man im Rathaus bei der Briefwahl. Bei der Wahl am 21. Juli hatten 1074 ihre Stimme per Brief abgegeben, bis Mittwochnachmittag lagen der Verwaltung bereits 1320 Anträge auf Briefwahl vor, das sind 27 Prozent mehr. Apropos Briefwahl: Noch bis 18 Uhr am Freitag können die Hirschberger im Rathaus Briefwahl beantragen, gewählt wird am Sonntag von 9 bis 18 Uhr.

Info: Weitere Infos: www.morgenweb.de/hirschberg