Hirschberg

Hirschberg 23 Besucher kommen zum Neustart ins Olympia-Kino Leutershausen / Auch Bürgermeister Ralf Gänshirt unter den Gästen

Erste Filmvorführung seit vier Monaten – ein Krimi

Archivartikel

Noch ist nicht alles wie immer. An der Kasse dauert es etwas länger, der Beginn verspätet sich, Sitzreihen sind mit Seilen abgesperrt und der Eintritt bis zum reservierten Platz ist nur mit Mundschutz möglich. Ein spontaner Platztausch wird bei der „Nach-Corona-Premiere“ im Olympia-Kino schnell zu einer organisatorischen Mammutaufgabe. „Oje, ist das kompliziert“, stellt eine Besucherin fest, als sie an der kleinen Schlange vorbei in den Kassenraum blickt. Und doch: Das Popcorn schmeckt wie immer, der amerikanische Kriminalfilm gefällt.

Die erste Vorstellung seit vier Monaten im kleinen Traditionskino ist zumindest ein Anflug von Normalität. Denn egal, mit wie viel Aufwand die Durchführung für die Ehrenamtlichen des Fördervereins, der das Kino seit 2007 betreibt, verbunden ist: Sie sind einfach nur froh, „dass überhaupt wieder etwas stattfindet“.

Das sehen auch die 23 Gäste am Premierendonnerstag so. Maske hin, Abstand her: „Wir freuen uns einfach auf den Film, auf ein bisschen Normalität“, sagt eine Besucherin. Sobald der Saal um 20 nach acht im Dunkel liegt und ein Licht auf der Leinwand erscheint, sind die Corona-Einschränkungen beim Eintritt ohnehin schnell vergessen.

Noch lange keine Normalität

„Knives Out – Mord ist Familiensache“ heißt der erste Film seit genau vier Monaten - und lässt das seit Monaten omnipräsente Virus für etwa 130 Minuten komplett vergessen. Allerdings nur bei den Besuchern. Die Verantwortlichen achten stets auf die Einhaltung aller Regeln, weisen Gäste etwa beim Verlassen des Platzes darauf hin, dass sie ihre Maske wieder aufziehen müssen.

Auch Bürgermeister Ralf Gänshirt, der sich den Film gemeinsam mit seiner Frau Astrid anschaut, mahnt zur Vorsicht: „Man muss klar sagen: Wir sind noch lange nicht über den Berg, es ist weiterhin höchste Vorsicht geboten“. Dennoch war es dem Rathauschef ein besonderes Anliegen, gleich zur allerersten Vorstellung zu kommen und einige Worte an die Besucher zu richten.

„Nach vier Monaten Stillstand geht es schon langsam ans Eingemachte für Betreiber“, betont er – und spricht dem Förderkreis gleichzeitig ein Sonderlob aus. Das Kino sei ein „Kleinod mit Alleinstellungsmerkmal“, weil es ausschließlich vom außergewöhnlichen ehrenamtlichen Engagement getragen werde. Deshalb sei es umso wichtiger, die Institution nun wieder zu unterstützen. Gänshirt versteht sein Kommen auch als symbolische Unterstützung für alle Kulturschaffenden. Schließlich zeige auch das Kino nicht nur Filme, sondern halte die Einrichtung mit diversen Kleinkunst-Veranstaltungen am Leben. Auch die Kommune selbst hat dem Kino deshalb in der Vergangenheit unter die Arme gegriffen.

25 bis maximal 65 Personen finden unter den aktuellen Abstandsregeln im Saal Platz – je nachdem, wie viele Personen gemeinsam kommen. Nicht nur damit hätten die Verantwortlichen, so Gänshirt, alles Mögliche dafür getan, dass es beim Kino-Besuch nicht zu einer Ansteckung kommt. Nun hofft nicht nur der Bürgermeister, dass sich der Andrang in den kommenden Wochen verstetigt. 

Info: Weitere Infos im Internet unter www.olympia-leutershausen.de