Hirschberg

Hirschberg Kosten lassen Mitglieder des Technischen Ausschusses schlucken / Bürgermeister Gänshirt verteidigt Maßnahme

Fast eine halbe Million für neue Wasserleitung

Archivartikel

Das schmerzt schon: Für eine 625 Meter lange und 200 Millimeter starke Wasserleitung zwischen der AVR-Anlage und dem Aussiedlerhof Reisig in Großsachsen zahlt die Gemeinde stolze 468 000 Euro. Die Maßnahme dient der Versorgungssicherheit des Ortsteils. Auf Anregung des FW-Gemeinderats Jörg Mayer wird nicht nur der Ringschluss der Versorgungsleitung in der Lobdengaustraße erledigt, sondern auch eine weitere Einspeisungsmöglichkeit in der Platanenstraße in Leutershausen in Angriff genommen, allerdings erst 2021. Zuvor muss die Finanzierung noch im Nachtragshaushalt des Eigenbetriebs Wasserversorgung gesichert werden. Darauf hat sich der Ausschuss für Technik und Umwelt in der jüngsten Sitzung verständigt.

Bürgermeister Ralf Gänshirt schilderte zunächst den Ausgangspunkt dieser Maßnahmen. Im Oktober 2016 war die Hauptleitung für die Hochzone im Ortsteil Großsachsen in der Oberen Bergstraße gerissen. Das Ingenieurbüro Erich Schulz wurde danach beauftragt, die Wasserversorgung in beiden Ortsteilen zu analysieren und Vorschläge zu erarbeiten. Als wichtigste Maßnahme schlug er den Ringschluss in der Lobdengaustraße vor.

Doch die neue Leitung hat gleich mehrere Knackpunkte, die zusätzliches Geld kosten. Denn die letzte Kostenberechnung lag bei 399 000 Euro. Knackpunkt Nummer 1 ist die Autobahnquerung an der Brücke. Für diesen Bereich muss ein 65 Meter langes Stahlschutzrohr mit einem Durchmesser von 400 Millimeter verlegt werden. Dieses Rohr wie auch weitere Absperrschieber und Hydranten dienen dazu, dass das Brückenbauwerk im Falle eines Wasserrohrbruchs nicht beschädigt wird. „Mit der zuständigen Behörde haben wir das abgesprochen“, teilte Schulz in der Sitzung mit.

Der zweite Knackpunkt betrifft die Straße. Für den Einbau der Leitung müsse man die Fahrbahn auswählen, formulierte es der Ingenieur. Am Rande die Rohre zu verlegen, sei nicht möglich, weil sich dort bereits Strom- und weitere Leitungen befinden. Für die Kostensteigerung sorgt aber in erster Linie die „teerhaltige Fahrbahn“, denn diese könnte beim Wiedereinbau nicht mehr verwendet, sondern müsse entsorgt werden.

CDU-Fraktionssprecher Christian Würz schluckte angesichts der Kosten genauso wie die anderen im Bürgersaal. SPD-Fraktionssprecherin Eva-Marie Pfefferle hinterfragte angesichts der hohen Kosten die Dringlichkeit dieser Baumaßnahme: „Müssen wir das wirklich 2020 erledigen?“ Laut Bürgermeister Gänshirt schon. „Wir haben uns mal entschieden dazu, das Thema Wasserversorgung abzuarbeiten. Ich empfehle daher nicht, es jetzt zu stoppen.“ Ähnlich sahen es FW-Gemeinderat Mayer, der FDP-Fraktionssprecher Oliver Reisig sowie GLH-Gemeinderat Karlheinz Treiber. Reisig warb dafür, dies zeitnah anzugehen, denn er wisse genau, was es bedeutet, wenn es Probleme bei der Wasserversorgung gebe. Auch GLH-Gemeinderat Treiber begrüßte die Vorgehensweise.