Hirschberg

Hirschberg Merle Otte übernimmt Mitte des Jahres Leitung der Gemeindebücherei / Die 36-Jährige wird Nachfolgerin von Monika Dambier-Englert

Früher Kundin, in wenigen Monaten Chefin

Im Juni 1999 übernahm Monika Dambier-Englert die Leitung der Hirschberger Gemeindebücherei. Mitte des Jahres wird sie in den Ruhestand gehen. Ihre Nachfolgerin heißt Merle Otte, die bereits seit dem 1. Februar im Team der Gemeindebücherei arbeitet. „Sie hat somit die Gelegenheit, frühzeitig in ihre neue Funktion reinzuschnuppern. Zudem wird so ein fließender Übergang gewährleistet“, sagte Bürgermeister Manuel Just am Montagmorgen bei der Vorstellung der neuen Leiterin in der Büchereifiliale in Leutershausen. Begleitet wurde Just vom für die Bücherei zuständigen Hauptamtsleiter Ralf Gänshirt und von dessen Stellvertreter Michael Frank.

Justs Dank galt der scheidenden und engagierten Dambier-Englert, die das „Schiff der Gemeindebücherei“ jahrzehntelang gelenkt habe. Und nicht versenkt habe, wie Dambier-Englert scherzhaft ergänzte. Wann genau Dambier-Englert in den Ruhestand geht, steht noch nicht fest. Dies hänge auch mit Urlaubstagen zusammen.

Vor Monaten machte sich die Gemeindeverwaltung auf, eine Nachfolgerin zu finden. Aus acht Bewerbungen galt es auszusuchen und am Ende ging die 36-jährige Otte als Siegerin hervor. „Sie hat eine Affinität zum Lesen und zu Büchern. Zudem ist sie eine Teamplayerin“, lobte der Rathauschef, der hinzufügte, dass sich auch bei den Verwaltungen mittlerweile der Fachkräftemangel bemerkbar mache, insbesondere wenn es sich um eine Stelle handelt, für die 20 Stunden vorgesehen sind. Oftmals würden die Bewerber Vollzeitstellen suchen.

Dass Otte seit viereinhalb Jahren in Großsachsen wohnt, wertet der Bürgermeister ebenfalls als großen Vorteil. Auch der zuständige Amtsleiter Gänshirt bestätigte dies: „Das ist wichtig, wenn das Büchereiteam die Menschen vor Ort kennt. Das sorgt für eine angenehme Atmosphäre.“

Schwerpunkt Leseförderung

Otte stammt aus Niedersachsen, ist verheiratet und studierte Germanistik. Während ihres Studiums hatte sie als Hilfswissenschaftlerin den Kontakt zur Bibliothek für ihren Professor organisiert.

Da ihr Mann in Heidelberg studierte, zog man an die Bergstraße. Durch ihre Kinder hatte die 36-Jährige engen Kontakt zur Gemeindebüchereifiliale in der Großsachsener Grundschule. „Außerdem habe ich als Jugendliche als Urlaubsvertretung in einer Bücherei ausgeholfen. Mit Zettelkasten kenne ich mich aus. Überhaupt war Lesen in meiner Familie immer wichtig. Schon als Kind habe ich viel gelesen“, erzählt Otte, die derzeit ihre Promotion schreibt. Über Verwaltungserfahrungen verfügt sie hingegen nicht. Ihr erster Eindruck vom fünfköpfigen Büchereiteam und den drei Ehrenamtlichen sei sehr positiv: „Das ist ein tolles Team, sehr nette Kolleginnen.“ Ihr großer Schwerpunkt wird – wie bisher auch in der Hirschberger Gemeindebücherei – die Leseförderung für Kinder sein. Die Kooperationen mit Schule und Kindergärten gefallen ihr sehr gut. In ihren ersten paar Wochen hat Otte bereits einen Einblick erhalten, was es alles an Aktivitäten gibt. Da war der Lesewinter oder ein Kindertheater.

Mit der Frederickswoche habe sie sich auch schon beschäftigt. Ansonsten heißt es für sie „einarbeiten und kennenlernen“. Wichtig sind natürlich die Kontakte zu den Menschen, fügte Dambier-Englert aus langjähriger Erfahrung hinzu.

Otte empfindet die Gemeindebücherei ohnehin als wichtigen sozialen Treffepunkt: „Ich kenne das besonders aus Großsachsen, wo die Leute gerne mal ein Schwätzchen halten.“ Bürgermeister Just konnte dies nur unterstreichen: „Wenn meine Frau vorbeischaut und ein Buch sucht, welches nicht da ist, bekommt sie ein anderes empfohlen. Unsere Stärke in Hirschberg ist die gute Beratung“, lobte der Rathauschef die Gemeindebücherei, die über 18 527 Medien verfügt, pro Jahr rund 54 771 Ausleihen hat und rund 1100 Mitglieder.