Hirschberg

Neckar-Bergstraße Der wiedergewählte Landrat wurde gestern in Hirschberg für seine zweite Amtsperiode verpflichtet

Für Stefan Dallinger ist diese Amtseinführung ein Heimspiel

So etwas wird nicht jedem Inhaber eines überörtlichen Postens zu Teil: Das Gremium, dem er vorsteht, reist eigens in seine Heimatgemeinde an, um ihn in dieses Amt einzuführen. Und dies erfolgt dann auch noch nur wenige hundert Meter entfernt von jenem Haus, in dem der Betreffende wohnt. „Es ist ein einmaliges Erlebnis, so etwas in seiner Heimatgemeinde erleben zu dürfen“, bekennt Stefan Dallinger, als er gestern in der Sachsenhalle seines Wohnortes Hirschberg für eine zweite Amtsperiode als Landrat verpflichtet wird.

Dort, wo sonst die Handballer des Turnvereins Germania Großsachsen in der Dritten Bundesliga ihrem Ball hinterherjagen, hat sich an diesem Nachmittag der Kreistag des Rhein-Neckar-Kreises versammelt. Erschienen sind aber auch Bundes- und Landtagsabgeordnete, die Regierungspräsidentin, viele der Rathaus-Chefs der 54 Kreiskommunen, allen voran natürlich Manuel Just, Dallingers „Heimatbürgermeister“, wie er in den Reden dieses Tages immer wieder genannt wird.

„Vor einigen Jahren war auch unser Landrat in diesen Räumen handballerisch aktiv – allerdings nicht ganz auf Bundesliga-Niveau“, scherzt Just in seinem Grußwort an den „lieben Stefan“: „Insofern kommen bei Dir heute sicher viele Emotionen und Erinnerungen hoch“, zeigt sich Just überzeugt.

Und der Rathaus-Chef legt noch eins drauf: „Stefan Dallinger verkörpert wie nur wenige unsere Gemeinde“, sagt ihr Bürgermeister: „Handballbegeisterung und Affinität zu Kunst und Kultur, Bodenständigkeit und Traditionsverbundenheit.“ Und er rühmt den Landrat gar als „höchsten Botschafter unserer Gemeinde und unserer Wertvorstellungen.“

Sogar ein ehemaliger politischer Konkurrent stimmt in diese Lobeshymne ein: SPD-Mann Heiner Bernhard, gegen den der Christdemokrat Dallinger 2002 die Oberbürgermeisterwahl in Weinheim verloren hat: „Wer hätte erwartet, dass aus Konkurrenten Freunde werden?“, meint das Stadtoberhaupt, das im Unterschied zu Dallinger in diesem Jahr aus seinem Amt scheidet: „Wir sind die beste GroKo der Bundesrepublik“, zeigt sich Bernhard überzeugt.

Bei so viel Weinheimer Gemeinsamkeit wird es dem Heddesheimer Bürgermeister Michael Kessler doch fast ein wenig mulmig. „Einer wollte mal nach Weinheim, einer ist derzeit in Weinheim und einer will noch nach Weinheim“, scherzt der Repräsentant der Kommunen des Sprengels in Anspielung auf Dallingers einstige Kandidatur, Bernhards Sieg und Justs aktuelle Bewerbung um den OB-Sessel. Da müsse er als Heddesheimer doch die Fahne der übrigen Region hoch halten, witzelt er.

Doch auch Kessler reiht sich gern in die Laudatoren ein: „Vom Saasemer Bu zum Landrat – eine beachtliche Karriere!“, bekennt er: „Wir sind froh, dass wir einen Landrat haben, der nicht im Elfenbeinturm des Heidelberger Landratsamtes sitzt.“

Das sieht auch Nicolette Kressl so. Die Regierungspräsidentin ist auch zu diesem Ereignis erneut in den Landkreis gekommen – zumal der Landrat seine administrative Karriere im Regierungspräsidium Karlsruhe begonnen hat: „Das ist eine gute Schule“, zeigt sie sich überzeugt.

„Ich fühle mich, als sei ich nach Hause gekommen“ – an diesen in der Presse zitierten Satz von Dallingers erstem Arbeitstag vor acht Jahren erinnert die Regierungspräsidentin gerade bei dieser Gelegenheit sehr bewusst. Denn gestern gilt er natürlich noch mehr als damals.

Dallinger selbst hält sich dennoch kurz: „Wer Programmatisches erfahren will, kann meine Bewerbungsrede vom 13. März nachlesen“, scherzt er. So bleibt viel Zeit zum persönlichen Gespräch mit Ehrengästen und Besuchern. Und wie gesagt: Weit hat es der Landrat an diesem Abend ja nicht bis nach Hause . . .