Hirschberg

Hirschberg Gemeinderat beschließt neue Friedhofsordnung / Drastische Preiserhöhung

Gebühr für Urnenbestattung nun doppelt so teuer

Die Gemeinde Hirschberg bekommt ab 2021 eine neue Friedhofssatzung. Damit verbunden ist eine Erhöhung der Gebühren. Die neue Satzung passierte einstimmig den Ausschuss für Technik und Umwelt. Sie sieht einen Kostendeckungsgrad von 50 Prozent vor, den die Verwaltung vorgeschlagen hatte. Zwischen den Jahren 2016 und 2019 lag dieser Kostendeckungsgrad bei 43,4 Prozent. Dies bedeutete ein jährliches Defizit auf den Friedhöfen von 165 000 Euro.

Die neue Satzung besteht aus zwei Teilen: der Friedhofsordnung, die bereits im Juni beschlossen wurde, und den Bestattungsgebühren, die neu kalkuliert werden mussten. Ehe Ralph Härtel von der Allevo Kommunalberatung die neue Kalkulation vorstellte, erläuterte Gänshirt eine Änderung bei der Ordnung. Diese betraf die Verwendung von Produkten aus fairem Handel. „Bei diesem Punkt gab es schon Klagen. Es wäre gefährlich, diesen Passus aufzunehmen“, schlug er vor.

Erdbestattung kostet 2632 Euro

Härtel ging daraufhin ausführlich auf die Vorgaben und Berechnungen bei den neuen Gebühren ein, die Erdbestattung in einem Reihengrab oder in einem Einzelgrab sowie die Beisetzung in einem Urnengrab und die in einer Urnenwand betreffen. So kostet beispielsweise eine Erdbestattung in einem Reihengrab auf 25 Jahre 2632 Euro (alt: 1762 Euro). Die Beisetzung in einer Urnenwand auf 26 Jahre kostet künftig 1968 Euro; vorher waren es 958 Euro.

GLH-Gemeinderätin Claudia Helmes bedauerte die fehlende Regelung für die Verwendung fair gehandelter Produkte. SPD-Fraktionssprecherin Eva-Marie klagte, dass man nichts ohne Genehmigung aufs Grab legen könnte. Die steigenden Gebühren seien ihr ebenfalls ein Dorn im Auge.

FDP-Sprecher Oliver Reisig stimmte zu und erwähnte, dass die Gemeinde immerhin 50 Prozent zuschießen müsse. Für FW-Sprecher Werner Volk ist das Sterben „ohnehin schon sehr teuer“. Daher sollte man in regelmäßigen Abständen alles überprüfen. CDU-Gemeinderat Thomas Götz hielt das Regelwerk für „ausgewogen und stimmig“.