Hirschberg

Hirschberg Feier findet wegen Corona-Pandemie in kleinem Rahmen statt / Redner nutzen Anlass für Aufrufe zu Miteinander und Toleranz

Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus

Der Arbeitskreis (AK) Ehemalige Synagoge Leutershausen und die Gemeinde haben an die Reichspogromnacht am 9. November vor 82 Jahren erinnert. Die Synagoge in Leutershausen überstand die Schreckensnacht, da das Gebäude zu diesem Zeitpunkt bereits im Besitz der politischen Gemeinde war. Am Montagabend gedachte man der insgesamt 21 Juden aus Leutershausen und der sechs aus Großsachsen, die in den Vernichtungslagern ermordet wurden.

Corona-bedingt fand die Gedenkfeier Anfang dieser Woche auf dem Meier-Heller-Platz neben der Alten Synagoge nur im kleinen Rahmen statt. Der AK-Vorsitzende Michael Penk und der stellvertretende Bürgermeister Karlheinz Treiber mahnten in ihren Ansprachen dazu, dass man den Weg in eine tolerante und friedvolle Zukunft nur gehen könne, wenn man die Erinnerung wach halte und sie an kommende Generationen weitergebe.

Die stellvertretende AK-Vorsitzende Helga Klein verlas einen Brief einer Zeitzeugin und Rainer Müller zitierte aus einem Schreiben des Amerikaners David Brody, der mit seiner Frau Joane Liegner zur Einweihung des Mahnmals am 9. November 2014 gekommen war.

Für den AK-Vorsitzenden Penk ist es eine wichtige Aufgabe, an die Verbrechen der Nationalsozialisten zu erinnern, da der Antisemitismus in Deutschland immer noch bestehe. Er nannte in diesem Zusammenhang etwa den Anschlag auf die Synagoge in Halle an der Saale. Für Treiber sind die Opfer des Holocausts ein „nicht auszulöschender Teil unserer Geschichte, Teil unserer Identität und damit auch Teil der Gegenwart“. Es gebe keine kollektive Schuld, aber es gebe eine kollektive Verantwortung.

„Und wir haben die Verantwortung, die Lehren aus den nationalsozialistischen Verbrechen zu ziehen“, betonte er, der dazu aufforderte, wachsam zu sein und die Grundwerte des Rechtsstaates zu verteidigen. Dies sei man den Opfern des Holocausts schuldig: „Wer Anfeindungen und Hetze zulässt oder nur toleriert, wird zum Mittäter. Wer sich davon blenden lässt, lädt Schuld auf sich.“

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