Hirschberg

Hirschberg Technischer Ausschuss diskutiert Maßnahme für den Kreuzungsbereich B3/Breitgasse/Riedweg

Gehwege werden zu einem späteren Zeitpunkt abgesenkt

Das schmeckte dem Technischen Ausschuss gar nicht: Im Juli 2017 sprach sich das Gremium auf Vorschlag von GLH und SPD für die Absenkung der Gehwege an der Kreuzung B3/Breitgasse/Riedweg aus, um für Barrierefreiheit zu sorgen. Auf Vorschlag der Verwaltung wird die Maßnahme nun verschoben. Wann genau sie umgesetzt werden soll, steht in den Sternen. Laut Bürgermeister Manuel Just will man sich einklinken, wenn der Bund in die Straße oder die RNV in den Gleisbereich eingreifen. „Ich stelle die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit der Maßnahme nicht infrage. Aber für 30 000 Euro den Gehweg um drei Zentimeter abzusenken, ist nicht verhältnismäßig“, begründete Just im Ausschuss das Verschieben.

Ausführlich erläuterte Just eingangs das ernüchternde Ergebnis der Voruntersuchung. Bei einem Termin im März mit RNV, Straßenverkehrsamt, Straßenbauamt, Ingenieurbüro E. Schulz sowie den Tiefbaufirmen wurde schnell klar, dass eine Umsetzung bei laufendem Betrieb der OEG nicht wie ursprünglich geplant möglich ist. Die Bauzeit für die vier Kurvenbereiche wurde auf zehn Tage geschätzt; Schienenersatzverkehr wurde aufgrund der Gleisbaumaßnahme in Weinheim seitens der RNV ausgeschlossen. Weiter wurde klar, dass nur in der Zeit, wenn die Bahn nicht fährt, gearbeitet werden kann. Dies wären drei Stunden pro Nacht. Dies würde die Maßnahme extrem verlängern. Ein weiterer kritischer Punkt war die Lage der Tiefbordsteine in unmittelbarer Nähe zum Gleis. Es müssten Rinnenplatten ausgebaut und Schachtabdeckungen zusätzlich umgebaut werden. Alternativ wurde darüber nachgedacht, die vorhandenen Bordsteine auf Straßenniveau abzusägen. Die Arbeiten der Baufirma könnten allerdings nur tagsüber durchgeführt werden.

Rund 30 000 Euro Baukosten

Eine halbseitige Straßensperrung mit Ampelregelung und Verlegung der Fußgängerfurt auf der Landstraße wäre trotzdem Voraussetzung. Die Zufahrt zu Breitgasse und Riedweg müsste während der kompletten Bauzeit voll gesperrt und der Verkehr umgeleitet werden. Samt Pflasterarbeiten in den Gehwegen rechnet die Verwaltung mit mindestens acht Tagen Bauzeit. Die Baukostenkosten wurden auf rund 30 000 Euro geschätzt. Durch den Schienenersatzverkehr würden die Ausgaben steigen. Sie dürften sich im vier-, eventuell fünfstelligen Bereich bewegen. Der enorme logistische Aufwand, die Beeinträchtigungen in der Bauzeit sowie die hohen Kosten rechtfertigten für die Verwaltung die Maßnahme nicht. Daher schlug sie vor, am Ball zu bleiben und zu einem späteren Zeitpunkt die Gehwege abzusenken.

CDU-Fraktionssprecher Christian Würz fand es schlichtweg schade, da eine „notwendige und sinnhafte Maßnahme“ nicht umgesetzt werde. Gleichwohl konnte er die Argumente gegen eine derzeitige Umsetzung nachvollziehen. „Wir dürfen die Sache aber nicht aus den Augen verlieren“, mahnte er. Auch Bernd Kopp von den Freien Wählern meinte, dass die Notwendigkeit unstrittig sei. Um sie dennoch umzusetzen, schlug er vor, zumindest die westliche Maßnahme an der B 3 vorzunehmen. Dagegen sprach laut dem stellvertretenden Bauamtsleiter Karl Martiné, dass auch hier eine halbseitige Sperrung der B3 notwendig sei.

Laut FDP-Fraktionssprecher Oliver Reisig hätte man gerne etwas getan, aber die Verhältnismäßigkeit spreche dagegen. Den Vorschlag Justs, sich einzuklinken, wenn der Bund oder die RNV etwas ausbessere, befürwortete er.

Ja zum Verwaltungsvorschlag

SPD-Gemeinderat Dr. Horst Metzler bedauerte die Entscheidung und regte an, alles in Einzelmaßnahmen zu splitten, damit gewinne man schließlich auch etwas. Egon Müller, beratendes Mitglied der Grünen Liste Hirschberg, wurde etwas deutlicher: „Der GLH- und SPD-Antrag verzögert sich. Unser Ziel war 2019 und jetzt habe ich Angst, dass es auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben wird. Man muss es eben nur wollen.“

Just wiederholte seine Argumente und führte nochmals die Gesamtausgaben von vielleicht 70 000 Euro für drei Zentimeter an. Am Ende befürwortete die Mehrheit aus Freien Wählern, CDU und FDP den Vorschlag der Verwaltung, die Gehwegabsenkung zu verschieben. SPD und GLH enthielten sich der Stimme. hr