Hirschberg

Neckar-Bergstraße Neuer Bürgermeister in Hirschberg bestimmt / Kommunalwahlen wirbeln politische Landschaft durcheinander

Grüne und AfD auf Erfolgswelle

Archivartikel

Das Jahr 2019 hält Bürger und Parteien gleich mit mehreren Wahlen auf Trab. Im Mai gibt es neben Europa- auch Kommunalwahlen, die in der Region zu einem Erfolg der Grünen werden, aber auch der AfD den Einzug in ein Stadtparlament (Schriesheim) ermöglichen. Und dann ist da ja noch die Bürgermeisterwahl in Hirschberg, die dort die einjährige Hängepartie im Rathaus beendet.

Der Anlass: Der bisherige Bürgermeister Manuel Just kann endlich den Chefsessel in Weinheim einnehmen – mehr als ein Jahr nach seinem klaren Sieg bei der Oberbürgermeisterwahl, gegen den seine Mitbewerberin Fridi Miller Einspruch erhebt. Der beschäftigt Behörden und Gerichte mehrere Monate lang.

Rennen Würz gegen Gänshirt

Doch dann werden in Hirschberg die Karten neu gemischt. Zur Bürgermeisterwahl am 21. Juli treten zwei Platzhirsche an, deren Hut schon lange im Ring liegt, auch wenn sie dem gleichen Lager, dem bürgerlichen, angehören: Hauptamtsleiter Ralf Gänshirt und CDU-Gemeinderat Christian Würz. Dazu gesellt sich unter anderem der Mannheimer Jens Flammann. Der Urnengang bringt ein Patt zwischen Würz und Gänshirt mit leichtem Vorsprung für letzteren, der denn auch die zweite Runde am 4. August gewinnt.

Da sind die Europa- und Kommunalwahlen schon gelaufen. Die bringen in den meisten Gemeinden Verluste für CDU und SPD, Gewinne für Grüne und AfD; letztere schlagen sich jedoch nicht in den Gemeinderäten nieder, weil die Rechtspopulisten zu diesen gar nicht antreten.

Einzige Ausnahme: Schriesheim. Und hier wird denn auch der AfD-Kandidat Thomas Kröber, der im Interview an Björn Höcke nichts finden kann, das „gegen das Grundgesetz verstößt“, in den Gemeinderat gewählt. Geprägt wird das neue Stadtparlament jedoch von einer deutlich erstarkten Grünen Liste.

In Edingen-Neckarhausen ist die Partei vom anderen Ende des Spektrums erfolgreich: Die Linke zieht mit zwei Räten ein. Entscheidender hier ist, dass die Unabhängige Bürgerliste (UBL) die CDU überholt und stärkste Kraft wird. Die Grüne Liste zieht an der SPD vorbei. Christ- und Sozialdemokraten haben zusammen keine Mehrheit mehr.

Folgen hat das Wahlergebnis auch in Ilvesheim: Beim umkämpften Thema Kombibad wird die Mehrheit der Befürworter kleiner. Die Kritiker von den Grünen gewinnen drei Sitze dazu, was den Sitzverlust der CDU, beim Bad ihr Verbündeter, mehr als aufwiegt.

In Heddesheim ist die CDU nach dem Abschied von mehreren langjährigen Gemeinderäten der große Verlierer, während sich die SPD gegen jeden Trend halten kann. In Ladenburg verlieren die Genossen aber einen Sitz. Die CDU verteidigt ihre Position als stärkste Kraft nur knapp gegen die gestärkten Grünen.