Hirschberg

Hirschberg Initiative favorisiert Neubau auf der Dr.-Walter-Schmitt-Anlage in Leutershausen / Ziel: Baldige Entscheidung im Gemeinderat

Hirschberg: Vereine kämpfen für ein Bürgerhaus

Archivartikel

Sie repräsentieren 16 Vereine mit mehr als 2000 Mitgliedern. Und die drei Sprecher der Vereinsinitiative haben ein klares Ziel vor Augen: ein „Bürgerhaus für Hirschberg“. Im Gespräch schildern Harald Brand, Vorsitzender des MGV 1884 Leutershausen, Michael Lang, Vorsitzender des Gesangvereins Sängereinheit 1864, sowie Bernhard Adler, Gründungsvorsitzender des Heisemer Dorftheaters, wie sie ihr Ziel erreichen wollen.

„Wir liegen mit den Parteien und der Verwaltung gar nicht so weit auseinander“, meint Adler und bezieht sich auf ein Gespräch mit Hirschbergs Bürgermeister Ralf Gänshirt und den Fraktionen. Was die Vereine nicht wollten, ist, dass das Bürgerhaus auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben wird. Lang betont den „ganzheitlichen Ansatz“ des Konzepts. Dies bedeutet, dass zunächst die Sachsenhalle in Großsachsen saniert wird. Ein Anbau für das dritte Spielfeld sowie weitere Räume für die Grundschule sollen folgen. Als Zeitrahmen sind die Jahre 2020 bis 2023 angedacht.

„Standort nicht ausgedacht“

Von 2023 bis 2025 soll sich die Sanierung die Heinrich-Beck-Halle in Leutershausen anschließen. Bereits hier soll die Planung für das Bürgerhaus integriert werden. Alle drei Vereinsvertreter sprechen sich für den möglichen Standort des Bürgerhauses an der Beck-Halle, genauer gesagt auf der Dr.-Walter-Schmitt-Anlage, aus. „Wir haben uns diesen Standort nicht ausgedacht, sondern haben ihn dem Bericht des Planungsbüros Kopp-Architekten entnommen und an den Gegebenheiten orientiert“, begründet MGV-Chef Brand, der allerdings keinen Hehl daraus macht, dass für ihn als Standort für ein solches Bürgerhaus nur Leutershausen infrage kommt. Großsachsen habe schließlich die Alte Turnhalle. Für die Umsetzung des „Projekts Bürgerhaus für Hirschberg“ in Leutershausen sind die Jahre 2025 bis 2027 angesetzt.

GV-Vorsitzender Lang weist weiter darauf hin, dass sich der Arbeitstitel für das Projekt geändert habe. Denn Kommunalpolitiker und Verwaltung hätten sich am Wort „Bürgerhaus für Hause“ gestört. Jetzt trägt das Ganze den Titel „Bürgerhaus für Hirschberg“. An der Forderung ändere dies nichts. Alle drei Sprecher nennen als Gründe die Bedürfnisse der Vereine. Um deren Fortbestand zu sichern, neue Mitglieder zu finden und am Ort attraktive Möglichkeiten zu bieten, sei ein solches Bürgerhaus überlebenswichtig. Denn im Ort gebe es Vereine, die keine eigenen Räumlichkeiten besitzen. Außerdem verfüge Hirschberg für mittlere und große Veranstaltungen durch die Auslastung der Sporthallen nur über knappe Raumkapazitäten.

Um im Vorfeld die Bedürfnisse zu erfahren, wurden die Vereine um eine Ideensammlung für eine mögliche Nutzung des Bürgerhauses gebeten. Genannt wurden unter anderem Theateraufführungen, Konzerte, Faschingsveranstaltungen, Flohmärkte, Blutspenden, Vereinsfeiern, Ausstellungen, Tierschauen, Chor- oder Orchesterproben, Verbandstagungen, sowie kleine Sportveranstaltungen.

Adler, Brand und Lang weisen zudem darauf hin, dass ein Bürgerhaus auch Ausweichmöglichkeiten für die Martin-Stöhr-Schule böte. Das Gebäude könne für Firmenveranstaltungen oder private Feierlichkeiten genutzt werden. Davon könnte auch das Hotel- und Gastgewerbe profitieren. Durch eine Nutzung als Kleinkunstbühne könne die Gemeinde zusätzlich Geld einnehmen. „Außerdem hat das Bürgerhaus ja einen Gegenwert, weil die Gemeinde Vermögen schafft und einen Beitrag zur städtebaulichen Entwicklung eines attraktiven Ortszentrums leistet“, betont Adler. Mit einem breit gefächerten Freizeitangebot werde sie attraktiv für junge Familien.

Dass die Vereine mit ihrem Wunsch nicht allein auf weiter Flur stehen, verdeutlichen die Wahlaussagen aller fünf Fraktionen bei der Kommunalwahl. Der Tenor lautet, dass alle bei diesem Thema Handlungsbedarf für die kulturschaffenden Vereine sehen. Möglicherweise im November wird sich der Gemeinderat wieder mit dem Themen-Komplex befassen.