Hirschberg

Hirschberg Rat billigt Vorentwurf für zweigeschossigen evangelischen Kindergarten in Leutershausen einstimmig

Knirpse sollen 2020 einziehen

Der Zeitplan für den neuen evangelischen Kindergarten in Leutershausen steht. Wie das zweigeschossige Gebäude an der Fenchel-/Ecke Hölderlinstraße samt Außenareal einmal aussehen wird, ist ebenfalls klar. Damit ist die Gemeinde Hirschberg bei ihrem derzeit größten Bauprojekt einen großen Schritt vorangekommen.

In seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause verabschiedete der Gemeinderat den von den Architekten Simon Fischer und Vathavong Sananikone vorgestellten Vorentwurf einstimmig. Die Kosten liegen derzeit noch bei 5,8 Millionen Euro. Im Zuge des weiteren Planungsverfahrens möchten Verwaltung und Gemeinderat aber die Summe von 5,5 Millionen Euro nicht überschreiten. Im September soll der Bauantrag eingereicht werden. Juni/Juli 2019 könnte laut Architekt Fischer und Bürgermeister Manuel Just der Baubeginn sein. Und die Fertigstellung soll Ende 2020 oder Anfang 2021 sein.

Bereits seit 2014 befasst sich die Kommune mit dem Thema Neubau oder Sanierung des alten Gebäudes. Am Ende fiel die Wahl auf den Neubau. Beim Architektenwettbewerb siegten die Arge Bittmann Sananikone und das Studio SF Architektur & Projektentwicklung aus Mannheim. Die dreigliedrige Anordnung, die geneigten Dachflächen, die Materialien, vor allem aber das „harmonische städtebauliche Einfügen in die örtlichen Strukturen“ überzeugten das Preisgericht wie auch den Gemeinderat.

Drei Gebäudekomplexe

Architekt Fischer arbeitete sich in der Sitzung sozusagen von Stockwerk zu Stockwerk voran. Das dreigliedrige Gebäude sieht im Erdgeschoss in der Mitte unter anderem den Verwaltungs- und Besprechungsraum vor. Der Komplex auf der rechten Seite ist für die Gruppenräume und für den Schlafraum gedacht, der linke Komplex für den Mensabereich. Zudem finden sich auf der linken Seite Mehrzweckraum (80 Quadratmeter groß) und Küche. Der Eingangsbereich soll nach dem Willen der Planer einen Platzcharakter entfalten.

Beim Thema „Mehrzweckraum“ entwickelte sich eine kontroverse Debatte. Denn die SGL regte einen separaten Mehrzweckraum an, den auch Hirschberger Vereine nutzen konnten. Während Rathauschef Just, FW-Fraktionssprecher Werner Volk und auch CDU-Gemeinderat Thomas Götz „Nutzungskonflikte“ sahen und den Kindergarten eigentliche ausschließlich der Einrichtung zur Verfügung stellen wollten, sahen dies GLH-Sprecherin Monika Maul-Vogt und SPD-Sprecher Dr. Thomas Scholz überhaupt nicht so. Am Ende der Debatte blieb es bei der vorgelegten Planung für den Mehrzweckraum. Wie, von wem und wann er genutzt werden kann, gilt es noch festzulegen.

Denn die Mehrheit sprach sich dafür aus, den Mehrzweckraum in den Planungen drin zu lassen und alles andere später zu regeln. Architekt Fischer ging daraufhin zum Obergeschoss und zu den Materialen über. Hier gab es keine Einwände. Auch bei der Vergabe zur Gestaltung der 1640 Quadratmeter großen Außenanlage mit Spielplätzen hinter dem Gebäude erfolgte die Zustimmung. Den Planungsauftrag über 375 000 Euro erhält das Büro „Faktorgrün“ aus Freiburg/Heidelberg.

Fachplaner Klaus Berner vom Büro Balck und Partner aus Heidelberg stellte die Gebäudetechnik, also Heizung und Lüftung, vor. Demnach wird eine Fußbodenheizung eingebaut. Die kontrollierte Lüftung erfolgt mit dezentralen Geräten, die in die Fenster und in die Verkleidung integriert werden. Außerdem ist eine Anbindung an die Heizzentrale der Martin-Stöhr-Schule geplant.

Kein Passivhaus

Zusätzlich erhält das Büro Balck und Partner den Auftrag, ein Nahwärmekonzept für die Heinrich-Beck-Halle und die Martin-Stöhr-Schule zu erstellen. Ein Passivhausstandard, wie von GLH-Gemeinde Thomas Herdner aus Gründen des Klimaschutzes mehrfach angeregt, kam für den Fachplaner nicht infrage: Die „wahnsinnigen Investitionen“ würden die paar Kilowattstunden nicht rechtfertigen, so sein Tenor. Damit war auch dieser Punkt vom Tisch.