Hirschberg

Hischberg Frauenfrühstück auf dem Spargelhof Reisig feiert Premiere

Männer müssen einstecken

Trude Herr sang es, jetzt nehmen sich „Evas Schwestern“ des Hits an, der die temperamentvolle Brünette vor 60 Jahren auf Anhieb berühmt machte: „Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann.“

Mit stilechten Tupfenkleidern stehen Anne Kathrin Bade, Elena Spitzner und Christina Laqua auf der Bühne und genießen den Schlager mit jeder Zeile. Genießen kann auch ihr Publikum: Der Spargelhof Reisig ist fest in weiblicher Hand, haben die Landfrauen doch zum „Frauenfrühstück“ eingeladen und dabei alles aufgefahren, was Küche und Keller zu bieten haben. Sie haben Brot, Brötchen und Hefezöpfe gebacken, Marmeladen eingekocht und Gemüse für Rohkostplatten geschnippelt. Lecker angerichtet gibt es auch Melonensalat, für den die Gastgeberinnen 32 riesige Melonen verarbeitet haben. „Alles ist weg“, sagt Hausherrin und Vorsitzende Karin Reisig am Nachmittag, noch ein wenig geschafft von der großen Resonanz.

Schokolade gibt es nicht, aber wie Trude Herr sind auch die Gäste weniger darauf aus. 150 sind gekommen, haben es sich an den Biergarnituren im Gras gemütlich gemacht und lauschen dem Musikprogramm, das beginnt, als der erste Hunger gestillt ist. Vieles, sagt Bade, stammt aus dem Fünfziger-Jahre-Programm, das das Trio für die Marilyn-Monroe-Ausstellung in Speyer einstudierte. Etwa „Es liegt was in der Luft“, mit dem der Auftritt beginnt – das finden die Drei passend für die besondere Atmosphäre auf dem Hof und das wunderschöne Wetter, mit dem die Frühstücks-Premiere verwöhnt wird.

Eigene Arrangements

Weiter geht’s mit „Frauenpower-Liedern“, wie sie die Sängerinnen nennen: „Männer“ gehört dazu oder auch eine Interpretation von Max Raabes „Für Frauen ist das kein Problem“, das es in den letzten Versen mit der kleinen Textänderung „Für Landfrauen“ zu hören gibt. Caro Emeralds Riesenhit haben die Künstlerinnen auf Deutsch übersetzt und daraus „Die Nacht mit dir“ gemacht – das gefällt, und immer wieder gibt es Szenenapplaus. Auch für die Lästereien, die sich die „Quotenmänner“ an diesem Vormittag anhören müssen.

Dass sie nämlich nicht immer eine gute Figur machen im Vergleich mit dem Neandertaler – und da ist er auch schon, der Barbar, dem einst Hanne Wieder die Haare am Schulterblatt kämmen wollte, nachdem er sie nachts am Schopf in seine Höhle geschleift hat. Flott, gekleidet in geschmeidige, eigene Arrangements, kommt das alles wunderbar an beim Publikum, das sich verstanden fühlt, auch als es um Schuhe geht und um den „Mann mit 40“. Irgendwann sind die Drei müde gesungen, gehen mit einem letzten Applaus von der Bühne und stärken sich erst mal mit einigen Leckereien vom Buffet. Ja, sie würden gerne wieder kommen, sagt Bade irgendwann. Das hat auch Hausherr Hermann Reisig mitbekommen – und schmiedet bereits Pläne für einen gemeinsamen Auftritt. Vielleicht im nächsten oder übernächsten Jahr. stk