Hirschberg

Hirschberg Vier Jungs und zwei Betreuer auf „Mond-Mission“ / Wettbewerb der „First Lego League Junior“ am 4. November an der PH in Schwäbisch Gmünd

Mit Brokkoli ins Weltall reisen

Was kann man tun, damit einem auf dem Mond nicht das Essen ausgeht? Noah hat für die Fahrt ins Weltall eine bestechend einfache Lösung: „Man darf keine Kekse mitnehmen. Wir packen nur Sachen ein, die nicht gleich gegessen werden. Also Brokkoli.“ Der Neunjährige ist seit letzter Woche auf einer Mond-Mission und hat neben der Lebensmittelversorgung noch ein paar andere grundlegende Dinge zu klären; Unterstützung bekommt er von seinem sechsjährigen Bruder Lukas Raupp sowie Nils und Moritz Schröder (neun und sechs Jahre).

Zwar heben die Kinder nicht wirklich ab, doch das Projekt, das auf Englisch „mission moon“ heißt, soll zumindest mithilfe von Legosteinchen umgesetzt werden – was dann auch gleich zum Veranstalter führt. Der Spielzeughersteller organisiert regelmäßig Ideenwettbewerbe; für die jüngeren Teilnehmer heißen sie „First Lego League Junior“. Wer in der „Ersten Lego Junior-Liga“ mitmachen will, muss sich anmelden und ein Sortiment mit 693 Teilen kaufen, mit dem dann gebaut wird. „Wir dürfen aber auch noch andere Lego verwenden“, erklärt Cindy Schröder, Mutter von Nils und Moritz.

Wöchentliches Basteln

Vor ihr auf dem Tisch liegen Klötzchen in allen Farben, daneben elektronische Bauteile, Kabel und kleine Stecker. „Die sind für die Roboter“, sagt Thomas Schröder; er und Moritz‘ Patenonkel Frank Wetzel sind ebenfalls symbolisch mit an Bord, zum wöchentlichen Basteln sind diesmal aber auch noch die übrigen Elternteile gekommen. Erwachsene und Kinder haben sichtlich Spaß, vielleicht auch, weil die Aufgaben ein höheres Maß an Kreativität verlangen als die handelsüblichen, bebilderten Aufbauanleitungen.

Voller Stolz zeigt Nils ein Förderband auf der Kette, die vielleicht schon ein früheres Leben in einem Raupenfahrzeug hinter sich hat, rattern jetzt kleine, runde Dosen vorbei, die er ernsthaft beschreibt: Eine ist mit Luft, eine mit Wasser und eine mit Essen gefüllt – vermutlich mit Brokkoli. „Das kommt dann alles über ein Sortiersystem in die Regale unserer Raumstation“, sagt er. Manches müsse anders gebaut werden als auf der Erde, ergänzt Noah: „Denn wenn man hier 30 Kilo wiegt, dann sind es auf dem Mond nur noch fünf Kilo.“ Er weiß schon viel über das Leben auf dem Erdtrabanten: Dass es dort nämlich durchaus eine Anziehungskraft gibt, die aber viel schwächer ist als auf der Erde. Und dass kein Wind weht: „Deshalb sieht man die Fußspuren der Astronauten auch immer noch.“

Technik spielerisch entdecken

Geht es dem Veranstalter, wie er es in einem Prospekt erklärt, darum, „die Wunder der Wissenschaft und Technik spielerisch zu entdecken“, so scheint er hier schon mal auf dem richtigen Weg zu sein. Und wenn er die Kinder zu Lösungen in puncto Recycling, Energie und das Zusammenleben von Menschen anspornen will, dann ist auch dazu in der Großsachsener Ideenschmiede schon einiges entstanden. „Wir können Wasser für eine Woche mitnehmen, eine Kläranlage bauen und die Körperprodukte nutzen“, drückt es Noah feinsinnig aus, und die Erwachsenen können sich ein Grinsen nicht verkneifen.

Davon abgesehen ist die richtige Verpackung der Ideen ebenfalls Teil des Wettbewerbs, denn zu ihm gehören noch ein Handbuch und ein Poster, die über die Baufortschritte berichten sollen.

Die Konkurrenz ist hart: Über 100 Teams aus ganz Deutschland haben sich zum Entscheid angemeldet, der am 4. November an der Pädagogischen Hochschule in Schwäbisch Gmünd stattfindet. Wer gewinnt, darf auf internationaler Bühne weiterspielen; eine Reise zum Mond ist übrigens nicht als Preis ausgelobt. Doch das macht den Jungs nichts aus „Ich will ohnehin lieber Ingenieur werden als Astronaut“, sagt Noah. Und schon ist er weg, um weiter an seinem Förderband zu tüfteln. stk