Hirschberg

Hirschberg Mehr als 300 Gäste bei der Verpflichtung des neuen Bürgermeisters Ralf Gänshirt im Hilfeleistungszentrum / Viele gute Wünsche

„Oberhaupt der Perle an der Bergstraße“

Archivartikel

Es ist der Höhepunkt seiner beruflichen Karriere. Im Beisein von mehr als 300 Gästen legte Zweiter Bürgermeister-Stellvertreter Werner Volk dem neuen Bürgermeister Ralf Gänshirt die Amtskette um. Damit beginnt die Ära Gänshirt in der Hirschberger Geschichte. Er ist nach Werner Oeldorf und Manuel Just der dritte Rathauschef der Bergstraßenkommune. Die Amtseinführung im Hilfeleistungszentrum war von Grußworten, guten Ratschlägen, vielen Musikbeiträgen und dem Segen der Kirchengemeinden geprägt.

Der 52-jährige Rathauschef wirkte am Ende der „öffentlichen Sitzung des Gemeinderates“, so der offizielle Name der Veranstaltung, sichtlich bewegt. Für ihn sei es ein „außergewöhnlicher Tag“ und für die Gemeinde ende eine „ungewöhnliche Zeit“. Gänshirt sprach von zurückliegenden Monaten mit vielen Herausforderungen.

Gänshirt, der für ein konstruktives und transparentes Miteinander stehen will, blickte in seiner Rede bereits nach vorne: „Hirschberg gilt als gut bestelltes Feld. Ich trete in große Fußstapfen, denn für die Infrastruktur wurde viel getan. Wir hatten finanziell zehn gute Jahre. Aber in Zukunft erwarten uns große finanzielle Herausforderungen. Denn ich rechne mit geringeren Einnahmen.“

Dennoch möchte der Neue die Ziele selbstbewusst angehen. Mit dem Neubau des evangelischen Kindergartens in Leutershausen, der Sanierung der Sport- und Kulturstätten, dem Klimaschutz und der Schaffung von Wohnraum nannte er wichtige Aufgaben.

Eröffnung durch Matz Scheid

Den Festakt, besser gesagt die Gemeinderatssitzung, eröffnete der Großsachsener „Barde“ Matz Scheid mit dem Beatles-Lied „Norwegian Wood“. Erster Bürgermeister-Stellervertreter Karlheinz Treiber begrüßte die Gäste, darunter Gänshirts Vorgänger Manuel Just, jetzt Oberbürgermeister in Weinheim. Treiber verlas Aufgaben und Pflichten des Rathauschefs und führte ihn gemeinsam mit dem Zweiten Bürgermeister-Stellvertreter Werner Volk ins Amt ein.

Frank Grünewald, Leiter des Kommunalrechtsamtes im Kreis, kennt den neuen Bürgermeister seit der gemeinsamen Studienzeit in Kehl und der Verwaltungszeit in Weinheim. „Heute ist der Höhepunkt deiner Karriere“, gratulierte sein Freund. Zur gut 14-monatigen Übergangszeit in Hirschberg meinte er nur, dass sich dies alles für eine Klausurarbeit an der Hochschule eigne. Durch Gänshirts Ausbildung, dessen Fachkompetenz und dessen langer Tätigkeit bei der Hirschberger Verwaltung, habe er das ideale Rüstzeug für den neuen Job.

Heddesheims Bürgermeister Michael Kessler sprach als Vorsitzender des Kreisverbandes des baden-württembergischen Gemeindetages sowie für den Bergsträßer Sprengel von einem besonderen Tag für Hirschberg: „Damit endet eine lange Ungewissheit.“ Wichtig war Kessler, dass sein neuer Kollege, mit dem er gut zusammenarbeiten werde, den Blick für die Nachbarschaft habe.

Pfarrerin Dr. Tanja Schmidt, die auch im Namen der katholischen Kirchengemeinde gratulierte, stellte ihr Grußwort unter das Motto der Jahreslosung „Suchet den Frieden und jage ihm nach“. Für sie ist der neue Bürgermeister ein Mensch, der achtsam mit seinen Worten umgehe: „Sie nehmen die Menschen mit zu einer friedlichen Gesellschaft.“

MGV-Vorsitzender Harald Brand, der für alle Vereine sprach, wählte eine programmatische Anrede: Er gratulierte dem neuen „Oberhaupt der Perle an der Bergstraße“.