Hirschberg

Hirschberg Gisela und Norbert Thünker planen „Senioren-Austausch“ mit Brignais

Persönliche Kontakte sind entscheidend

Am Anfang der Partnerschaft war manches anders als heute. Gisela Thünker erinnert sich, dass vor 30 Jahren sechs Busse gerade so ausreichten für eine Fahrt nach Brignais, und dass auch sechs Busse zum Gegenbesuch kamen. Mittlerweile, bedauert sie, brauche man nur noch einen.

Seit sie als Schülerin ihren ersten Frankreich-Austausch mitmachte, ist die Hirschbergerin begeistert von der Jumelage und hat diese Idee auch in ihrer Familie längst mit Leben erfüllt. Als sie und ihr Mann, Norbert Thünker, vor 30 Jahren zum ersten Mal die Partnergemeinde besuchten, trafen sie mit einem gleichgesinnten Ehepaar zusammen. Mittlerweile verbindet sie mit Michelle und Daniel Gaillard eine tiefe Freundschaft, gefestigt durch viele gemeinsame Aktivitäten, stundenlange Gespräche und auch die Sympathie, die die jeweiligen Kinder und Enkel für einander empfinden. „Es passt einfach alles“, sagt sie.

Bereits Mitstreiter gefunden

Das Interesse der Jugendlichen sieht sie generell schwinden, auch die heute Berufstätigen seien wohl zu stark eingebunden, hätten keine Zeit: „Es wäre aber schade, wenn das alles so einschläft.“

Eine Städtepartnerschaft könne nur erhalten werden durch persönliche Kontakte. Eingedenk ihrer eigenen Erlebnisse dachte Thünker deshalb an ihre eigene Generation, die zeitlich ungebunden ist – ein Gedanke, aus dem der Plan für einen „Senioren-Austausch“ entstand. Eine Übernachtung im Hotel sei gut und schön, aber nicht dasselbe wie eine private Unterkunft: „Es geht nur über persönliche Kontakte.“ Deshalb suchte sie nach Altersgenossen, die gesellig sind und auch Platz haben, Besucher zu beherbergen. „Sechs, acht“ Mitstreiter hat die Rentnerin bisher gefunden, aus Hirschberg und Schriesheim, Paare und Einzelpersonen; nun würde sie sich freuen, wenn der Kreis noch größer wird.

Der Austausch laufe nicht explizit über den Partnerschaftsverein, auch wenn die Vorsitzende Danielle Fouache durchaus aufgeschlossen dieser Idee gegenüber sei, sagt Thünker. Auch auf französischer Seite könnte Interesse bestehen, jedenfalls waren Gaillards ebenfalls begeistert von dem Plan. Ein festes Programm existiert derzeit noch nicht; geplant ist ein Beginn im Frühjahr.

Die Details könnten die Teilnehmer gemeinsam klären und ein auf sie zugeschnittenes Programm zusammenstellen, mit Ausflügen, Zeit in den Familien, gemeinsamem Kochen oder Malen, „wofür eben Interesse besteht“.

Neben dem Bewusstsein des historisch Besonderen angesichts vorangegangener Kriege dürfte ihre Generation vor allem die Möglichkeit faszinieren, sprachliche Kenntnisse aufzufrischen oder zu verbessern, denkt sie: „Ich hatte anfangs nur mein Schulfranzösisch, mein Mann hat in der Schule nur Latein und Griechisch gelernt.“ Mittlerweile könne er sich sehr gut verständigen. Nebenbei hoffen Thünkers, dass noch mehr gute Freundschaften entstehen, dass ein weiterer, reger Austausch daraus wird: „Wir hatten wunderbare Feste, es ist einfach nur schön.“ stk

Info: Interessierte melden sich unter thuenkergino@t-online.de