Hirschberg

Hirschberg Viele Pilger nehmen an der Wallfahrt „Zur schwarzen Madonna“ in Leutershausen teil / Kräuterweihe für die Familien

Pfarrer hebt die Bedeutung von Maria Himmelfahrt hervor

„Was auf uns wartet, ist der Himmel.“ Beim Gottesdienst anlässlich der Wallfahrt „Zur schwarzen Madonna“ in der katholischen Kirche in Leutershausen ging der Heidelberger Dekanatsjugendpfarrer Sebastian Feuerstein in seiner Predigt auf die Bedeutung des Feiertages Maria Himmelfahrt für die Menschen ein. Zuvor hatte der Leutershausener Pfarrer Stephan Sailer die Pilger und die Besucher begrüßt, die für ein gefülltes Gotteshaus sorgten.

Feuerstein ging auf das Leben Marias ein, die Leib und Seele ganz in den Dienst Gottes gestellt habe. Sie habe dadurch ein Leben geführt, in der nichts zwischen Gott und dem Menschen gestanden habe. „Umso mehr wir uns an Gott wenden, um so mehr wachsen Himmel und Erde zusammen.“ Feuerstein erinnerte in diesem Zusammenhang an den Gedenktag der katholischen Kirche zu Ehren des heiligen Tarzisius, der ebenfalls auf den Tag Maria Himmelfahrt fällt. Der Tag des Schutzheiligen der Ministranten erinnere an jene jungen Menschen, die auch dieser Tage ihrer Berufung durch Gott folgten, um mit der Ausführung ihres Amtes dem Glauben zu dienen. Menschen wie diese, die sich Gott zuwenden und ihren Mitmenschen Zeugnis des Glaubens gäben, gelte es, zu stärken und ihnen zu zeigen, wie wichtig sie seien.

Feuerstein ging in seiner Predigt auch auf das Jahr 1950 ein, in der Maria Himmelfahrt zu einem katholischen Feiertag wurde. In einer Zeit kurz nach das Gräuel des Zweiten Weltkrieges und einer Zeit des Beginns des Kalten Krieges sei durch die Schaffung des Feiertages „ein Zeichen gesetzt worden, für die Würde jedes einzelnen Menschen“. Gerade in der heutigen Zeit gelte es, sich dieses Zeichens stets zu erinnern.

Der Dekanatsjugendpfarrer ging aber auch auf die christliche Überlieferung ein, die dem Festtag zugrunde liegt. In ihr werde berichtet, dass die Jünger keinen Leichnam in Marias Grab fanden, sondern blühende Blumen. Diese Überlieferung kündige davon, dass der Himmel offenstehe. Marias Aufstieg in den Himmel zeige den Menschen, dass nach dem Tod das ewige Leben an der Seite Gottes warte.

Gelegenheit zum Beichten

Die sehr festlich gestaltete Wallfahrtsmesse war erster Höhepunkt an diesem bedeutsamen Tag der Schutzheiligen der katholischen Kirche in Leutershausen. Bereits ab 8 Uhr morgens gab es für die Pilger und die Gläubigen die Gelegenheit zum Beichten. Vor der Messe fand ein Rosenkranzgebet statt. Die ganz jungen Besucher hatten derweil die Gelegenheit, in einem Zelt neben der Kirche an einem Kinderwortgottesdienst teilzunehmen, den Carolin Stein, Manuela Grimm und Gabi Mihlan-Penk mit einer Lesung und Liedern kindgerecht gestalteten. An diesem Ort wurde auch eine Kräuterweihe für die Familien zelebriert, die an diesem Tag Tradition ist. Auch nach dem Gottesdienst war das Areal der Kirche ein Platz zum Miteinander.

Wie seit vielen Jahren hatten die Mitglieder des Kirchenchores St. Johannes für das leibliche Wohl der Besucher bestens gesorgt. Selbstgebackener Kuchen und Kaffee und ein leckerer Imbiss wartete an den Pavillonzelten auf die Gäste. Ein guter Anlaufpunkt, schließlich wurde am Nachmittag in der Kirche die Marienvesper gefeiert. Abschließender Höhepunkt war am Abend die Eucharestiefeier mit Kräutersegnung und der anschließenden Lichterprozession durch den Schlosspark.