Hirschberg

Hirschberg Hauptamtsleiter äußert sich zur möglichen Bürgermeister-Kandidatur / Bei Parteien und Wählervereinigungen bricht die Hektik aus

Ralf Gänshirt sucht Kontakt zu den Fraktionen

Die Würfel bei der OB-Wahl in Weinheim sind gefallen. Hirschbergs Bürgermeister Manuel Just gewinnt im ersten Wahldurchgang. Damit werden auch die Hirschberger noch in diesem Jahr zur Wahl gebeten. Vieles deutet auf den 7. Oktober hin. Den genauen Fahrplan für die Bürgermeisterwahl legt der Gemeinderat in seiner Sitzung am 26. Juni fest.

Ein möglicher Kandidat könnte der derzeitige Zweite Bürgermeister-Stellvertreter, Kreis- und Gemeinderat der CDU, Christian Würz, sein. Gegenüber den WN hatte er am Wahlabend in Weinheim sein Interesse bekundet (wir berichteten). Hauptamtsleiter Ralf Gänshirt (kleines Bild) wollte sich am Wahlabend dazu noch nicht äußern. Dies holte er am Montagmorgen nach. „So oder so werde ich mich mit der Wahl beschäftigen“, teilte er eingangs mit. Schließlich sei er als Hauptamtsleiter voll in die Wahl involviert. Auf eine mögliche eigene Kandidatur angesprochen antwortet der 50-Jährige wie folgt: „Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich aufgrund meiner langjährigen Erfahrung und Kompetenz angesprochen wurde. Ich wurde nicht aktiv und ich habe mich die ganze Zeit jeglicher Diskussion entzogen.“ Dies klingt durchaus nachvollziehbar, schließlich trat sein derzeitiger Rathauschef Just in Weinheim an. Jetzt sieht dies für den Diplom-Verwaltungswirt, der seit 1993 bei der Gemeinde Hirschberg arbeitet und seit dem Jahr 2000 das Hauptamt leitet, anders aus. Der parteilose Gänshirt bestätigt, dass er in den nächsten Tagen und Wochen Gespräche führen werde. Das Ganze nehme nun Fahrt auf, ergänzte er.Stimmt der Gemeinderat der Verwaltungsvorlage zu, könnte am 13. Juli die Stelle öffentlich ausgeschrieben werden. Ab dem nächsten Tag, also dem 14. Juli, könnten Bewerbungen eingereicht werden.

Was machen die Parteien?

Die CDU hat mit Christian Würz möglicherweise schon einen Kandidaten gefunden. Für die Freien Wähler stehen die Türen für jeden offen, der sich bewerben will. Dies teilte Fraktionschef Werner Volk noch am Wahlabend mit. Ähnlich äußerten sich auch die anderen Fraktionen im Hirschberger Gemeinderat. Monika Maul-Vogt, Fraktionssprecherin der Grünen Liste Hirschberg (GLH), gratulierte in ihrer Stellungnahme zunächst Bürgermeister Just zum Wahlsieg: „In Anbetracht dieser Situation werden wir uns selbstverständlich mit den verschiedenen Optionen und Möglichkeiten auseinandersetzen. Wir werden prüfen, ob wir uns für eine eigene Kandidatin oder einen eigenen Kandidaten – die oder der kein „grünes Parteibuch“ haben muss – entscheiden. Wir sind grundsätzlich offen für alle kompetenten Bewerberinnen und Bewerber, die sich unserem Wertekanon verbunden fühlen und dafür einsetzen wollen. Für solche, die dafür brennen, in Hirschberg etwas zu bewegen; die sich nicht scheuen, auch einmal eingefahrene Wege zu verlassen und Neues zu bewegen – um mit unserem Noch-Bürgermeister zu sprechen.“ Ob die GLH einen eigenen Kandidaten stellt oder einen anderen Bewerber, der mit seinen Ein- und Vorstellungen überzeugen konnte, unterstützt, wird laut Maul-Vogt zu gegebener Zeit entschieden.

Auf der Suche nach einem Kandidaten befinden sich auch die Sozialdemokraten. „Wir haben die Fühler ausgestreckt“, ergänzte der SPD-Fraktionschef Dr. Thomas Scholz: „Falls wir jemanden finden, werden wir einen eigenen Kandidaten stellen.“ Wenn nicht, werde sich die SPD die möglichen Kandidaten ansehen und nach Gemeinsamkeiten suchen: „Wir sind nicht festgelegt, werden dies aber in den nächsten Tagen machen.“ Die zwei genannten Personen Würz und Gänshirt kennt Dr. Scholz. Er hält sie für kompetent und schätzt sie. Dies dürfe aber nicht als Festlegung verstanden werden, betonte der Fraktionschef.

Dem FDP-Fraktionschef Oliver Reisig gefällt die Überlegung eines Konsenskandidaten, hinter dem sich alle Parteien und Wählervereinigungen versammeln, gar nicht. „Das ist nicht unser Ziele. Konkurrenz belebt das Geschäft. Ich finde es besser, wenn mehrere Kandidaten ins Rennen gehen. Wir werden jetzt anfangen, mit zwei bis drei potenziellen Kandidaten zu reden.“ hr