Hirschberg

Hirschberg Anlage am Landwehrhagener Platz wird für 400 000 Euro neu gestaltet

Spielgeräte müssen weg

Archivartikel

Der Spielplatz Landwehrhagener Platz in Leutershausen wird im Herbst 2020 neu gestaltet. Darauf verständigte sich der Technische Ausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Ursprünglich sollte die Maßnahme schon 2019 erfolgen und im Frühjahr 2020 abgeschlossen sein. Laut Bürgermeister Ralf Gänshirt war dies aber aufgrund der Haushaltssperre und des Nachtragshaushalts 2019 nicht mehr möglich gewesen. 400 000 Euro soll die Maßnahme in Leutershausen kosten, die dann im Frühjahr 2021 abgeschlossen sein soll.

Genau über diese Kosten entbrannte eine kontroverse Debatte. Angesichts der verschlechterten finanziellen Lage, die laut Rathauschef Gänshirt auch noch anhalten wird, regte GLH-Sprecherin Monika Maul-Vogt ein Umdenken an. „Ja, der Spielplatz muss saniert werden. Aber 400 000 Euro sind einfach zu viel“, argumentierte sie: „Die Finanzsituation erfordert Anpassungen. Wir schlagen daher eine Deckelung von 250 000 bis 300 000 Euro vor“, sagte Maul-Vogt und fügte hinzu, dass nur Kollege Jürgen Steinle ihrem Antrag folgen werde.

Karlheinz Treiber vertrat eine andere Position und stimmte mit der Mehrheit im Gremium, weil man lange über den Spielplatz diskutiert und bereits Einsparungen erzielt habe. Der GLH-Antrag, der später mit großer Mehrheit abgelehnt wurde, rief sogleich FW-Sprecher Werner Volk auf den Plan. „Ich bin erstaunt über Ihre Aussagen, wo Ihnen doch sonst nicht alles toll genug für Familien und Kindern sein kann. Wir haben dort einen großen Spielplatz. Im Vorfeld der Planungen haben wir bereits Einsparungen, wo es nur ging, vorgenommen. Das kostet nun mal so viel. Wenn ich 150 000 Euro einsparen will, kann ich das und stelle nur eine Rutsche drauf.“

FDP-Sprecher Oliver Reisig konnte die Position der GLH ebenfalls nicht nachvollziehen. „Knapp die Hälfte der Ausgaben sind für die Spielgeräte notwendig, und nicht die von Ihnen behaupteten 35 000 Euro.“

CDU-Antrag abgelehnt

GLH-Gemeinderat Jürgen Steinle widersprach dem FDP-Gemeinderat: „Die Hauptkosten sind nicht die Spielgeräte, sondern die erforderlichen Erdbewegungen. Angesichts der Haushaltslage sehe ich hier nicht die Notwendigkeit.“

Für CDU-Gemeinderat Thomas Götz stand fest: „Spielplätze kosten erfahrungsgemäß Geld. Es ist eben eine Frage der Lebens- und Wohnqualität“, stimmte auch er der Umgestaltung zu. Für den von der Verwaltung vorgeschlagenen Verzicht des Verbindungsweges zwischen Spielplatz und Martin-Stöhr-Straße (Kosten von rund 40 000 Euro) hatte er ebenfalls einen Vorschlag. „Wir verkaufen dieses Grundstück und nehmen das Geld als Grundstock für ein Bürgerhaus.“ Dieser CDU-Antrag, dem nur Thomas Götz und seine Kollege Christian Würz zustimmten, fand jedoch keine Mehrheit im Gremium und wurde abgelehnt.

Zwar startet die Umgestaltung des Spiel- und Bolzplatzes erst im Herbst 2020, bei der Turmkombination und weiteren Spielgeräten können die Gemeinde jedoch nicht abwarten. Darauf wies Bürgermeister Gänshirt in der Sitzung hin. Will heißen, die Spielgeräte müssen aus Sicherheitsgründen kurzfristig entfernet werden. Ein Umstand, mit dem Verwaltung und Fraktionen durchaus leben können. „Auch wenn die Spielgeräte abgebaut werden, haben wir ja noch einen Spielplatz“, sagte die SPD-Sprecherin Eva-Marie Pfefferle, die ebenfalls der Baumaßnahme zustimmte.