Hirschberg

Hirschberg 1993 aus Anlass der Kulturtage entstandenes Werk existiert nicht mehr

Vágners Himmelsleiter in die Natur zurückgekehrt

Kunst im öffentlichen Raum? – Da gab es doch in Hirschberg einst eine Himmelsleiter aus Holz. Entstanden im Rahmen der Kulturtage. Aber wo ist sie geblieben? Fast möchte man sagen, sie hat ihr Ziel erreicht, ist im Himmel der Kunst gelandet. Denn sie existiert nicht mehr, und das wiederum ist durchaus beabsichtigt.

Doch der Reihe nach. „Es gab wohl ursprünglich den Plan, im Rahmen der 6. Hirschberger Kulturtage vom 18. September bis 8. Oktober 1993 auf dem Gelände der evangelischen Kirche Leutershausen ein anderes Werk von Jan Vágner auszustellen, nämlich eine Arche“, berichtet Michael Frank vom Hauptamt der Gemeinde. Letztlich wurde es jedoch die Himmelsleiter.

Entstanden war das treppenförmige Gebilde aus einem Buchenstamm, und zwar beim „Ortstermin“ im Vorfeld der Veranstaltungsreihe rund um die Kunst. Die Himmelsleiter solle als Mahnmal dienen und zugleich an die Kulturtage erinnern, wünschte sich der damalige Bürgermeister Werner Oeldorf und lud die Betrachter zur Auseinandersetzung mit dem Werk ein: „Jeder kann und darf sich selbst seine Gedanken darüber machen“, erklärte Oeldorf, der die Hoffnung hegte, dass das Werk dauerhaft Bestand hat. Doch nach den Kulturtagen zog die Himmelsleiter um auf den Friedhof nach Großsachsen. Dort war sie der Verwitterung preisgegeben, was vom Künstler auch so geplant war.

Der in Prag geborene und heute in Zürich lebende Bildhauer, damals 30 Jahre jung, erklärte seine oft als ökologisch bezeichnete Kunst so: „Ich versuche die Welt der lebenden Organismen von ihrer Entstehung bis zum Tod zu durchdringen.“ Die Nähe und Achtung zur Natur spiegeln sich in seinen Werken wider. Auch deshalb will er, dass neben der Himmelsleiter ein Baum gepflanzt wird, aus Versöhnung mit der Natur, aus der er den Baum entnommen hat.

Die Himmelsleiter ist inzwischen in die Natur zurückgekehrt. Wann die letzten Reste entfernt wurden, lässt sich auch im Archiv des Rathauses nicht mehr genau klären. Eine Replik dieses Kunstwerks findet sich noch auf dem Anwesen Schmitt im Aussiedlerhof Schwanenstein in Leutershausen, direkt an der Kreuzung. Und ein Schwarz-Weiß-Foto davon hängt im Rathaus nahe der Galerie. Es zeigt das Werk am Friedhof in Großsachsen.