Hirschberg

Hirschberg Smokie Revival Band spielt auf der „Roll“

Zeitreise in die Siebziger

Archivartikel

Ein Student und seine Liebste sind im Café auf den Champs-Elysées verabredet. Er wartet bis Mitternacht, doch sie kommt nicht. Das ist die traurige Geschichte von „I‘ll meet you at midnight“, die „Smokie“ auf ihrem 1976 erschienenen Studioalbum erzählen. Die „Smokie Revival-Band“ steigt mit dem Titel ein in ihr Gastspiel auf dem Spargelhof Reisig, und schon nach den ersten Takten wird klar, dass Sound und Melodie nicht annähernd so melancholisch sind wie der Text. Frontmann Matthias Beringer legt los, und schon ist man mitten in den Siebzigern. Für den Gastgeber war es ein Wagnis, die Mannheimer Band einzuladen, doch die Premiere ist geglückt: Mehr als 300 Fans sind gekommen, singen, klatschen und tanzen. Beringer und die Band spielen mit Können, Einfühlungsvermögen und Begeisterung. „Lay back in the arms of someone“ ist der nächste Ohrwurm, und wieder hat man das Gefühl, Smokie-Sänger Chris Norman würde ins Mikro hauchen.

Spontanes Duett

Um ein Haar wären die Stücke mit weiblicher Verstärkung ausgefallen, denn die engagierte Sängerin sagte ab. Doch nun steigt eine Bekannte der Band auf die Bühne, die Karten für diesen Abend gekauft hat; das Ganze ist ungeprobt, man ist neugierig, was nun kommt.

Kirsten Beran singt mit weicher Stimme erst solo, dann mit Beringer, und das Publikum schmilzt dahin. „Das Stück“, sagt der Sänger, „war mal auf der B-Seite einer Single. Wollt ihr jetzt die A-Seite hören?“ Klar wollen die Fans; sie wollen „Midnight Lady“ hören und „Mexican Girl“, dessen Refrain über den Platz schallt und zu „Hirschberg Girl“ abgewandelt wird. Am Ende singt Beringer „Alice“, herrlich rauchig, wunderbar traurig und trotzdem voller Lebensfreude. Und alle singen mit. stk