Hirschberg

Hirschberg Meta Hüper und Jens Schlichting erfreuen in Erik’s Weinscheuer mit Swing und Chanson

Zum Schluss erklingt Edith Piaf

Archivartikel

Die Magie der Zeit zwischen Abend- und Morgengrauen in Harmonien packte Sängerin Meta Hüper bei ihrem Auftritt in Erik’s Weinscheuer. Im Zuge ihres diesjährigen Debüts als Solokünstlerin stellte sie, begleitet von Pianist Jens Schlichting, ihr Programm „Wenn es Nacht wird“ vor.

Die berühmten Evergreens des Swing und der Chansons aus den 20er-Jahren bis in die Nachkriegszeit, die die beiden herausragenden Musiker an diesem Abend im voll besetzten Obergeschoss des Ladens spielten, thematisierten allesamt die dunkle Tageszeit, die Zeit der Melancholie und der Träume, aber auch der Lebensfreude. Nachdem Schlichting am Piano mit einer gefühlvollen, harmonisch anspruchsvoll gestalteten Version des Kinderliedes „Guten Abend, gute Nacht“ das Publikum begrüßt hatte, präsentierte das Duo den deutschen Schlager „Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da“, von Gustaf Gründgens aus dem Jahr 1938. Mit der für die Swingmusik charakteristischen Stimme und viel Charme zog Hüper die Zuhörer schnell in ihren Bann. Mit einem gefühlvollen Geigensolo unterstrich sie darüber hinaus ihre hohen Fertigkeiten als Instrumentalistin. Hüper und Schlichting nahmen die Zuhörer im Anschluss weiter mit auf eine musikalische Reise, die auch eine Reise durch die Musik der Lichtspielhäuser der damaligen Zeit wurde.

Kleine Überraschungen eingebaut

So durfte eine schöne Version des 1950 für den Oscar nominierten Songs „My Foolish Heart“ von Susan Hayward genauso wenig fehlen wie der Song „Moon River“, gesungen von Audrey Hepburn, aus dem Film „Frühstück bei Tiffany“ aus dem Jahr 1962. Aber nicht nur in Amerika, auch im Deutschland zwischen den Kriegen prägten die Klänge des Chansons und des Swing das Leben der Metropolen wie Berlin und Hamburg. Mit der nötigen Gravitas vorgetragen, sorgte der Schlager „Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre“ von der Femme fatale der 20er- und 30er-Jahre, Marlene Dietrich, für Gänsehaut. Das Duo ließ es sich nicht nehmen, kleine Überraschungen ins Konzert einzubauen.

Hier wurden mal kurz berühmte Klänge der Hardrockband AC/DC als flinkes Instrumental-Duett eingeflochten, dort zeigte Hüper, dass sie auch anders kann, als nur mit Stimme und Saiteninstrument zu musizieren. Bei der Präsentation des Stückes „Lied an den Mond“ aus Antonin Dvoraks berühmtester Oper „Rusalka“ aus dem Jahre 1901 strich sie mit dem Geigenbogen eine Schnur, die an das Blatt einer zweihändigen Holzsäge angebracht war, die das Werkzeug kunstvoll zum Singen brachte.

Beide verabschiedeten sich mit dem berühmtesten Werk der berühmtesten Vertreterin des Chansons, „Non, je ne regrette rien“ von Edith Piaf aus dem Jahr 1960 war eindrucksvoller Schlusspunkt eines tollen Konzerts. uf