Hochschule

Campus Schlagzeugerin Anika Nilles kommt an die Popakademie Baden-Württemberg / Zwei Verstaltungen am Wochenende

Bekannt geworden durch YouTube-Videos

Archivartikel

„Soweit ich weiß, war ich die erste Schlagzeugerin“, erinnert sich Anika Nilles an ihre Zeit vor rund acht Jahren an der Popakademie. Die Absolventin des Bachelorstudiengangs Popmusikdesign mit Schwerpunkt Schlagzeug zählt heute zu den gefragtesten Drummerinnen weltweit. Mit ihren Videos und Live-Auftritten sorgt die Wahl-Mannheimerin regelmäßig für Furore in der Drummer-Szene. Nun kehrt sie im Rahmen des jährlich stattfindenden „World Drum Festivals“ an ihre Hochschule mit einem ihrer begehrten Workshops und Kostproben aus ihrem selbstkomponierten Instrumental-Album „Pikalar“ im Gepäck zurück.

Bereits zum vierten Mal verwandelt sich das Hochschulgebäude im Jungbusch in einen Schmelztiegel für bekannte Schlagzeuger und Perkussionisten aus den unterschiedlichsten Weltkulturen von Afrika bis Indien. Zudem wird eine faszinierende Mischung aus Workshops und auserlesenen Kostproben geboten. Kooperationspartner sind erneut das Kulturamt der Stadt Mannheim und der europäische Schlagzeug- und Perkussionsverband „Percussion Creativ“. „Ich freue mich darauf im Rahmen des Festivals an der Popakademie spielen zu dürfen. Hier fing schließlich alles an“, betont Nilles. Genauer gesagt bescherte ein YouTube-Video der Studentin im letzten Semester erste Geschäftskontakte und brachte den Stein national wie international ins Rollen. Heute gibt sie Workshops, ist Studiomusikerin, Songwriterin und Produzentin.

„Das Besondere an Anika Nilles liegt in ihrem Talent, sowohl am Schlagzeug komplexe rhythmische Zusammenhänge darzustellen als auch dies in eigenen Kompositionen und Videoproduktionen umzusetzen“, sagt Professor Udo Dahmen, künstlerischer Direktor der Popakademie. Er wechselte nach einer erfolgreichen Schlagzeugerkarriere ins Lehrfach und hatte inzwischen weit mehr als 1000 Profi-Schlagzeugeranwärter unter seinen Fittichen, darunter auch Nilles. Die Wurzeln von Nilles Musikerlaufbahn reichen in ihre Kindheit zurück. „Es fing an, als ich sechs war. Bei uns stand ein Schlagzeug rum“, erzählt Nilles. Traditionsverhaftet mit ihrer bayerischen Heimat, legten zunächst der obligatorische Musikverein, dann professioneller Unterricht an einer Musikschule sowie erste Banderfahrungen mit zwölf das Fundament. Was für sie schnell Normalität wurde, als Frau in eine Männerdomäne vorzudringen, stieß anfänglich eher auf befremdliche Resonanz.

Mittlerweile habe sich das Bild gewandelt und es sei „ein stückweit normaler geworden.“ Die Schlagzeuger der Popakademie genießen einen exzellenten Ruf und so ist es kaum verwunderlich, dass sich ihre Job-Liste wie eine Aufzählung bekannter Namen aus dem deutschen und internationalen Musikgeschäft liest.