Hochschule

Serie Mannheims Studierende und ihre Initiativen

Billard und Bewerbung

Ob die große Cousine oder der coole Nachbar: Jeder kennt diese eine Person, zu der man als Jugendlicher aufsah, die man bewunderte und an der man sich orientierte.

Für Medizinstudent Johannes Daikeler waren das immer seine Sport-Trainer. „Das waren einfach Leute, die mitten im Leben standen“, sagt der 26-Jährige. Sie hätten ihm Ratschläge gegeben und ihn mitgenommen. Ohne etwas dafür zu erwarten. Als junger Mensch suche man sich immer Vorbilder. „Es hat mich berührt, dass Menschen, die etwas auf dem Kasten haben, sich meiner so annahmen“, sagt der Medizinstudent.

Davon möchte Johannes durch sein Engagement bei der Studierendeninitiative Rock your Life etwas zurückgeben. Bei der deutschlandweit aktiven gemeinnützigen GmbH handelt es sich um ein Mentorenprogramm, das sich an Werkrealschüler in der achten Klasse richtet. Mannheimer Partnerschulen sind die Johannes-Kepler-Schule und die Humboldt-Werkrealschule mit momentan 28 Studierende-Schüler-Paaren. Ziel der Ehrenamtlichen ist es, eine Beziehung auf Augenhöhe zu den Schülern aufzubauen. Es gehe nicht um Sozial- oder Nachhilfe, sondern darum, als Ansprechpartner da zu sein.

Das Programm dauert mindestens ein und maximal zwei Jahre. Johannes und sein Schüler, der erst vor zwei Jahren aus Bulgarien nach Deutschland kam, treffen sich bereits seit eineinhalb Jahren alle zwei Wochen. Meistens zum Billard spielen. Oft bringen beide Freunde mit. Ab und zu hilft Johannes auch bei Bewerbungen und Ähnlichem. Außerdem nehmen sie gemeinsam an Angeboten der Initiative wie Werkführungen oder professionellem Bewerbungstraining teil.

Über die zwei Jahre verteilt gibt es drei Trainingswochenenden. Dort setzen sich die Teilnehmenden Ziele und überprüfen, was sie schon geschafft haben. „Am Anfang haben wir uns überlegt, was wir innerhalb der zwei Jahre erreichen wollen. Unser Ziel war es, Freunde zu werden. Ich glaube, das hat schon geklappt“, sagt Johannes.