Hochschule

Serie Wie finanziere ich mir mein Studium?

Der digitale Klassenraum

Archivartikel

Studierende sind kreativ, wenn es darum geht, ihr Budget aufzubessern. Was sie alles machen, erzählt unsere Serie.

Die Digitalisierung ist in aller Munde. Zwar ist die frischgewählte Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht bereit gewesen, ihr ein eigenes Ministerium zu widmen, aber darüber, dass die Transformation vom Analogen zum Digitalen unsere Lebenswelt stark verändern wird, sind sich alle Experten einig. Schon bis zum heutigen Tag ist viel passiert.

So hat Patrick Schulze bis vor kurzem sein Geld mit digitalem Nachhilfeunterricht verdient. Sein Arbeitgeber war die Nachhilfe-Webseite „sofatutor.com“. „Als ich noch in Berlin studiert habe, erzählte mir ein Freund von dem Angebot und ich war sofort interessiert“, erinnert sich Schulze.

Nur Internet braucht es

Der 23-jährige hatte damals Mathe in Berlin studiert. Doch so richtig wollte ihm der Studiengang nicht gefallen und so wechselte er nach Mannheim, um dort VWL und später Wirtschaftsmathe zu studieren. Seiner Arbeit als Onlinetutor tat der Umzug keinen Abbruch: „Eine funktionierende Internetverbindung habe ich schließlich auch hier in Mannheim“, so Schulze.

Nachdem sein Arbeitgeber den Kontakt zu einem Nachhilfeschüler hergestellt hat, können sich die beiden im Programm „wizIQ“ treffen. „Es vereinfacht die Eingabe von mathematischen Formeln und geometrischen Formen“, sagt Schulze. „Die Schüler konnten mich über meine Webcam sehen.“ Mit einem Zeichenpad konnte der 23-Jährige komplizierte Ausdrücke per Hand aufschreiben. Sie wurden dann im Programm für den Schüler sichtbar.

Schulze glaubt, dass es keinen großen Unterschied mache, ob man als Schüler analoge oder digitale Nachhilfe in Anspruch nimmt. Viel entscheidender sei es, dass die Schüler im Anschluss ausreichend üben. Das würde auch von Eltern oft unterschätzt, die sich gerne auf der Tatsache ausruhen, dass ihre Kinder ja zur Nachhilfe gehen – oder sich eben ins Nachhilfeprogramm einloggen. jsp