Hochschule

Orientierung Vor- und Nachteile der Hochschule gegenüber einer ohne integrierte Praxisphasen

Duales Studium – richtige Wahl?

Archivartikel

Von einer Open-Air-Studierendenparty als Willkommensveranstaltung kann vermutlich nicht jeder erzählen. Aber die mehr als 2 000 Erstsemester an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Mannheim schon.

Mit einer großen Willkommensveranstaltung werden die Neuankömmlinge jedes Jahr auf dem Campus Coblitzerallee in einen neuen Lebensabschnitt begrüßt.

Die Studierenden sind alle in einer der mehr als 40 Studienrichtungen in den Fakultäten Wirtschaft und Technik eingeschrieben. Für die meisten ist es ein Neubeginn – in einem neuen Lebensabschnitt des Studentenlebens und gleichzeitig auch in einer noch fremden Stadt.

Theorie und Praxis lernen

Auch Marie Schneegaß (Bild) war eine von ihnen. Wie alle anderen hat auch sie einen begehrten Platz an der Hochschule und in einem der Betriebe ergattern können und studiert jetzt in ihrer Theoriephase Digitale Medien mit „Mediapublishing und Gestaltung“ als Vertiefungsfach. In den Praxisphasen arbeitet sie beim Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis in Heidelberg. Inzwischen seien die vielen neuen Eindrücke der Normalität und dem Alltag gewichen und Schneegaß zieht ein erstes Fazit. „In der Theoriephase war mein erster Eindruck, dass jeder Gang im Gebäude der DHBW exakt gleich aussieht“, sagt sie. „Aber es gibt viele interessante und freundliche Leute, mit auffällig unterschiedlichen Vorkenntnissen. Manche haben da schon ganze Ausbildungen hinter sich und andere kommen direkt von der Schule.“

In der ersten Praxisphase hat die junge Studentin viele neue Kollegen kennengelernt und erzählt begeistert: „Ich konnte bereits jetzt schon selbstständig Aufgaben für anstehende Projekte übernehmen.“

Der 25-jährige Noah Haas (Bild) studiert bereits seit vergangenem Jahr im dritten Semester an der dualen Hochschule Elektrotechnik mit dem Schwerpunkt Automatisierung. In seinen Praxisphasen arbeitet er bei der Firma ABB im Bereich der Instrumentierung. Ein Studium ohne Praxisphase komme für die beiden nicht mehr in Frage. „Zuvor habe ich bereits zwei Jahre an einer normalen Universität studiert, aber durch die vielen Freiheiten und Ablenkungsmöglichkeiten habe ich das Studium leider ziemlich vernachlässigt“, erzählt Haas. „Ich habe mich dann entschieden, einen Neustart zu wagen und weiß jetzt erst Recht die Vorteile eines dualen Studiums zu schätzen.“

Für ihn sind die großen Unterschiede zwischen den Praxis- und Theoriephasen sehr spannend. Nach einer intensiven Uni- und Lernphase ist die Praxisphase immer eine willkommene Abwechslung, und es fällt ihm durch die direkte praktische Anwendung viel einfacher, das Gelernte richtig zu verstehen. Beide Studierenden sehen einen weiteren Vorteil, direkt in verschiedene Bereiche eines Unternehmens Einblicke zu erhalten und sind sich sicher, dass es ihnen so einfacher fallen wird, sich am Ende ihres Studiums für eine spezifische Richtung zu entscheiden. Schneegaß schließt sich dem an und sagt: „Wenn ich mal etwas in der Theorie nicht verstehe, kann ich es in der Praxis versuchen anzuwenden und es ergibt endlich Sinn, dann fällt mir alles viel einfacher!“ Der 25-Jährige erzählt: „Ich arbeite in jeder Praxisphase in einer anderen Stadt, teilweise auch im Ausland. Da ist es dann schwierig, sich richtig in Mannheim einzugewöhnen, aber es ist auch jedes Mal richtig spannend.“Daher ist es für ihn umso wichtiger, dass er seine Freundin hat, die auch an der DHBW studiert und die seine ständigen Ortswechsel versteht.

Finanziell abgesichert sein

Für Schneegaß ist die neue Stadt und das neue Umfeld allerdings nichts Ungewöhnliches. „Gebürtig komme ich aus Weinheim, daher war Mannheim für mich jetzt nicht ‚die fremde Großstadt’, aber es ist cool, dass hier so viel los ist. Mehr als bei mir zu Hause, und ich bin gespannt, was die nächste Zeit noch alles auf mich zu kommt!“ Beide sind sich noch in einem weiteren Punkt einig: das Gehalt. „Die finanzielle Absicherung während dem Studium ist durchaus ein großer Pluspunkt des dualen Studiums“, sagt Haas.

Beide sind sich einig: „Ich würde mich immer wieder für ein duales Studium entscheiden, für mich überwiegen hier einfach nur die Vorteile.“ Ein Tipp, wie auch die „langweiligen“ Theoriephasen überwunden werden können, hat Schneegaß schon nach kurzer Zeit: „Kaffee. Ganz viel Kaffee und tolle Leute, mit denen man ihn trinken kann!“