Hochschule

Campus Bereits seit 1982 trägt der Universitätschor Mannheim mit Mitgliedern aus allen Fachbereichen zum musikalischen Angebot der Hochschulen bei

Engagement, viel Liebe und der Blick nach vorne

Archivartikel

Mannheim.Die Musik als erste große Liebe: Unter diesem Motto lud der Universitätschor Mannheim zu seinem Semesterkonzert ein. Was nötig ist, damit die rund 70 in schwarz und rot gekleideten Sängerinnen und Sänger ein äußerst breites Programm zum Besten geben, ahnt wohl kaum jemand im Publikum.

Von Stücken aus der Renaissance wie „O Musica“ von Paul Peuerl über Volkslieder von Felix Mendelssohn-Bartholdy hin zu modernen Musicalliedern wie „Rewrite the Stars“ aus „The Greatest Showman“ – an diesem Abend wird so gut wie jedes Genre bedient. Es ist diese Vielfalt, die den Chormitgliedern wie der 21-jährigen Sarah Dubbel besonders gut gefällt. Sie studiert im sechsten Semester Französisch und BWL und singt seit Anfang des Jahres im Universitätschor. „Die Stimmung im Chor ist sehr locker, aber trotzdem konzentriert. Das Niveau ist sehr hoch und es wird nie langweilig“, stimmt ihr die 20-jährige Hanneliese Lenk zu, die Germanistik und Medien- und Kommunikationswissenschaft im vierten Semester studiert.

Mit Freude und Energie

Wie sie singt Luca Wiedebach seit drei Semestern im Chor. Die 21-Jährige studiert internationales Management für Wirtschaft und Informationstechnologie an der Dualen Hochschule und empfindet vor allem die Vielfalt des Chors als Besonderheit. „Unser Chorleiter ist natürlich auch sehr motivierend, auch bei schwierigeren Liedern hebt er die Laune“, sagt sie.

Diesen Posten hat seit drei Jahren Jürgen Weisser inne. Bei seiner Aufgabe strahlt er viel Freude und Energie aus, nicht nur während des Konzerts, sondern auch wenn er über die Arbeit mit dem Universitätschor spricht. Es wird schnell klar, hier scheint die Chemie zu stimmen. „Das Besondere ist die Begeisterungsfähigkeit der Sängerinnen und Sänger sowie die Qualität“, sagt Weisser. Damit diese auch beibehalten werden kann, ist viel Engagement nötig.

Jedes Semester findet ein Konzert statt, was für den Chorleiter vor allem eines bedeutet: Viel Arbeit in kurzer Zeit, denn nach nur etwa zehn Probeterminen beginnen die Auftritte. „Jeder muss sich selbst vor- und nachbereiten, wenn man merkt, dass man etwas noch nicht kann. Ich erwarte beispielsweise auch, dass man nicht in die Noten schaut, sondern nach vorne“, sagt Weisser. Solch ein hohes Niveau erwarte nicht jeder: „Wer neu dazu kommt, merkt entweder schnell, dass er hier falsch ist, oder aber er bleibt dran und beißt sich durch.“

Mit Nachwuchsproblemen sieht sich der Chor nicht konfrontiert. Bei Weissers Übernahme im Jahr 2015 seien es etwa 30 Mitglieder gewesen, seitdem hat sich diese Zahl mehr als verdoppelt. „Der Bedarf nach einem Chor ist also ganz klar da“, erklärt Weisser. Nicht zuletzt besteht dieser offensichtlich nicht nur bei den Studierenden: Eine gut gefüllte Schlosskirche, sowie langanhaltender Applaus am Ende des Konzertes dürften Indiz genug sein, dass auch das Publikum Gefallen an der Darbietung des Universitätschors hatte.