Hochschule

Politik Nächste Woche finden die Wahlen des Studierendenparlaments an der Universität statt / Zwei Parteien kehren nach einer Pause zurück

Fairer Campus und viel mehr Wohnheimplätze

Am Dienstag und Mittwoch, 17. und 18. April, ist es soweit: Einmal jährlich wird das Studierendenparlament (Stupa) der Universität Mannheim von den Studierenden gewählt. Dort sitzen dann für ein Jahr 23 Vertreter und entscheiden über alle zentralen Anliegen der Verfassten Studierendenschaft (VS). Unter anderem bestimmt das Stupa den Allgemeinen Studierendenausschuss, der die Studierenden in der Öffentlichkeit vertritt und beschließt den Haushaltsplan der VS.

In der letzten Legislaturperiode traten nur vier Parteien zur Wahl an. In diesem Jahr sind wieder zwei neue, genauer gesagt, zwei alte Parteien, am Start. Denn nach einem Jahr im Ruhemodus kehrt die Liberale Hochschulgruppe zurück. „Klar hat uns das ‚Aussetzen’ im letzten Semester zum Nachdenken und Umstrukturieren angeregt“, so Gerrit von Zedlitz und Luca Keller, beide Vorsitzende der LHG. Daher haben sie sich „intensiv mit der Konzeption eines neuen Wahlprogramms, eines neuen Social-Media-Auftritts und der stärkeren Kooperation mit anderen Hochschulgruppen befasst.“

Forderung nach mehr Bafög

Auch die Studentische Linke (SDS) stürzt sich nun, gerade einmal zwei Monate nach der Neugründung (wir berichteten), in den Wahlkampf. Besorgt seien sie nicht, so Leon Brülke, Vorsitzender der SDS: So wolle die Partei für mehr Wohnheimplätze und Bafög sowie eine Transparenzklausel für Drittmittel einstehen. „Wir sind optimistisch und haben uns viel vorgenommen, denn es gibt viel zu verändern“, so Brülke.

Deswegen hoffe er auf genug Stimmen für einen Einzug ins Stupa. Im vergangenen Jahr hat die Grün-Alternative Hochschulgruppe (gahg) als Teil des Astas einiges umgesetzt: Die Uni Mannheim soll zur „Fairtrade-University“ ernannt werden, zudem wurden „Queer im Schloss“-Treffen und das Festival „contre le racisme“ veranstaltet, so Annelie Plachetka von der gahg.

Gemeinsam mit den Jungsozialisten der Hochschulgruppe Mannheim (Jusos) hat der Asta zudem die erste Etappe der Klage gegen die Anwesenheitspflicht in der Prüfungsordnung am Verwaltungsgerichtshof Mannheim gemeistert. „Seitdem sind Anwesenheitspflichten an der gesamten Uni ausgesetzt“, sagt Alexander Schreiber von den Jusos.

Kulturticket und Personalwechsel

Daneben sei das Kulturticket angelaufen, durch das laut Schreiber „Studierende für eine Vielzahl an kulturellen Veranstaltungen Rabatte oder gar kostenlosen Eintritt erhalten.“ In Bezug auf die Facebook-Gruppe, in der regelmäßig Tickets verlost werden, bemerkt Julian Ziegler von Die Liste, die in diesem Jahr „die Weltherrschaft“ anstrebe: „Schade nur, dass die Konzerte so gut sind, dass sich nie jemand traut zu kommentieren.“

Vor allem aber wurde der Personalwechsel im Asta kritisiert. „Es ist schade zu sehen, dass durch fehlende Kontinuität und abrupte Wechsel Wissen verloren geht“, so Jens Angele vom Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS). Der RCDS strebt im Wahlkampf Verbesserungen im Bereich Bibliotheken an. Über den Asta sagt Angele weiter: „Hochschulpolitik erfordert Engagement und Einsatz. Wenn man das nicht gewährleisten kann, sollte man anderen den Vortritt lassen.“ Ziegler von Die Liste fügt dem Personalwechsel hinzu: „Zum Glück konnten die Entschädigungsgelder manche Referenten dennoch binden.“ leo