Hochschule

Serie Wie finanziere ich mir mein Studium?

Freundlich lächeln

Archivartikel

Lena Eckert wirft einen letzten überprüfenden Blick in den Spiegel. Das Haar ist feinsäuberlich hochgesteckt und das Make-up makellos. Keine Falte ist auf dem Kostüm zu sehen, während das Seidentüchlein akkurat um den Hals geknotet liegt. Das gepflegte Erscheinungsbild einer Messehostess ist essenziell. Für die nächsten Stunden hat alles perfekt zu sein: professioneller Auftritt, Kondition und ein stets freundliches Lächeln. Seit einem Jahr ist Eckert für eine Messeagentur tätig, die große Kunden für Messen, Kongresse oder Firmenevents bedient.

Dass Schönheit nicht das Einzige ist, was von einer Hostess erwartet wird, weiß Eckert aus Erfahrung. „Ich habe verantwortungsvolle Aufgaben zu erfüllen, sei es im Service, an der Infotheke oder in der Kommunikation.“ Zudem muss sie die höflichen Umgangsformen beherrschen und sich in gut situierten Gesellschaftskreisen zu bewegen wissen. Indem sie den Kunden repräsentiert, agiert sie als Respektsperson auf Augenhöhe. Damit unterscheidet sie sich ausdrücklich von Damen einer anderen Art von Begleitservice.

„Bisher befand ich mich nur einmal in der Situation, in der ich mit Vorurteilen aufräumen und Unwissenden erklären musste, dass wir keine Handschellen bei uns tragen“, so die 22-Jährige. Mit ihrem Studium der Kommunikations- und Medienwissenschaften mit Germanistik im Nebenfach an der Universität Mannheim ist der Nebenjob problemlos vereinbar. „Mir gefällt die Möglichkeit, meine Arbeitszeiten flexibel einteilen zu können“, so Eckert. „Je nachdem, was mein Terminkalender zulässt, biete ich mich für einen Auftrag an. Verpflichtungen bestehen keine.“

Der einzige Wermutstropfen ist die Unregelmäßigkeit, mit der die Messeaufträge hereinkommen und mit ihr die Ungewissheit, dass sie jeden Monat ein bestimmtes Gehalt einkalkulieren kann. In einem ist sich Eckert im Klaren: Eine Karriere als Hostess erwägt sie nicht. Dafür genießt sie die Ungebundenheit und Freiheit derzeit umso mehr.