Hochschule

Serie Studierende im Ausland / Rebecca Liedtke über hohen Plastikverbrauch und starken Gemeinschaftssinn bei Sportwettkämpfen in den USA

„Für Thanksgiving bei Amerikanern eingeladen“

Archivartikel

Ein halbes Jahr in den Staaten wohnen – Rebecca Liedtke hat sich diesen Traum erfüllt und bekam dabei die Gelegenheit, die amerikanische Kultur hautnah zu erleben. Die 21-Jährige wurde von Amerikanern zum traditionellen Familienfest „Thanksgiving“ eingeladen, besuchte Sportwettkämpfe an der Uni und stelle dabei auch fest, dass die Lebenswelt auf der anderen Seite des Ozeans nicht immer so wie in den Hollywood-Filmen ist.

Rebecca, kannst du dein Aufenthalt in den USA weiterempfehlen?

Rebecca Lidtke: Ja, ich würde es jedem empfehlen. Es ist toll, während dem Studium noch etwas anderes sehen zu dürfen, das ist sehr spannend. Ich habe neue Leute kennengelernt, bin viel gereist und entdeckte eine neue Kultur. Zum Beispiel war ich zum Thanksgiving bei einer amerikanischen Kommilitonin eingeladen. Dort gab es dann traditionelles Essen und wir haben Football zusammen geschaut. Das war echt schön.

Gibt es auch Schattenseiten im Land der unbegrenzten Möglichkeiten?

Rebecca: Also der Plastikverbrauch ist gigantisch in den USA, der Einkauf wird dreifach in Plastiktüten eingepackt, überall nutzt man Plastikbesteck. Klimaanlage und Heizung werden auch nicht gerade sparsam verwendet. Aber Amerikaner sind sehr höflich, freundlich und auch sehr offen. Sie wollen einen kennenlernen und wollen wissen, wie es ist, in Europa zu leben. An der Uni gab es sehr oft Sportwettkämpfe. Es war interessant zu sehen, dass es dort einen starken Gemeinschaftssinn gibt und die eigene Unimannschaft kräftig angefeuert wird. Das hat Spaß gemacht.

Hast du in der Zeit auch etwas aus Deutschland vermisst?

Rebecca: Ja, meine Familie und Freunde. Aber auch gutes Brot und Laugengebäck, das gibt es in den USA nicht.

Wo hast du während deines Auslandsaufenthalts in den USA gewohnt?

Rebecca: Ich war in einem Studentenwohnheim direkt auf dem Cam-pus der Uni. Ich habe dadurch auch viele Leute kennengelernt, die aus der ganzen Welt kamen. Darunter waren viele Europäer, aber auch Australier oder welche aus Dubai. Zu Beginn des Semesters wurde mir auch eine amerikanische Studentin zugeteilt, die mir die Stadt gezeigt hat und mit mir was unternommen hat. So konnte ich die amerikanische Kultur noch besser kennenlernen.

Inwieweit wird an amerikanischen Unis anders unterrichtet als in Mannheim?

Rebecca: In Greensboro, wo ich während meines Auslandsaufenthalts studiert habe, wird man in kleinen Klassen unterrichtet, anstatt in einem großen Vorlesungssaal. In Mannheim haben wir eine Klausurenphase am Ende des Semesters und diese ist dann unsere Note für den Kurs. In den USA muss man während dem Semester schon viel mehr machen. Man muss benotete Präsentationen halten, Hausaufgaben erledigen oder bekommt mündliche Noten. Die Abschlussklausur zählt dann insgesamt weniger. In den USA hat man Anwesenheitspflicht, alles wird kontrolliert und korrigiert. Ich finde aber, dass wir in Mannheim ohne diese Kontrolle mehr Selbstständigkeit lernen. Es ist wichtig, dass man genau das durch ein Studium lernt. Aber das Verhältnis zu den Professoren ist in den USA viel freundschaftlicher, man spricht sich mit dem Vornamen an und erzählt vom Wochenende.

Dieses Gespräch wurde persönlich geführt und der Gesprächspartnerin vor Abdruck vorgelegt.