Hochschule

Forschung Wenige Frauen in technischen Studiengängen

Kampf gegen Klischees

Archivartikel

In ihrem neuen Forschungsprojekt „Do IT!“ beschäftigt sich Julia Krönung mit der Frage, warum so wenige Frauen MINT-Studiengänge (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) wählen. „Dabei nutzen Frauen im Alltag genauso Smartphones und Computer wie Männer“, argumentiert sie.

Krönung ist Wirtschaftswissenschaftlerin und hat eine Juniorprofessur für E-Business und E-Government inne, wobei E-Business Geschäftsmodelle beschreibt, welche über digitale Kanäle abgewickelt werden. E-Government steht für digitale Verwaltung. Dazu gehören Angebote wie der Austausch mit politischen Entscheidungsträgern bis hin zu Online-Wahlen. „2015 wurde ich an die Uni Köln eingeladen, um bei einem Forschungsseminar einen Vortrag zu halten“, erzählt Krönung. Nach ihrem Vortrag hätten viele Studentinnen ihre Meinung zu technischen Studiengängen grundlegend geändert. So hörte Krönung hinterher häufig von Studentinnen, dass sie sich auch für diesen Bereich spezialisiert hätten, hätten sie das vorher gewusst.

Krönung wolle bisher unbekannte Einflussfaktoren herausfinden, die dazu führen, dass sich Frauen gegen technische Studiengänge entscheiden. Momentan würden ihre Studien vor allem auf kulturelle Gründe hindeuten. Aus den Studienergebnissen will sie Handlungsempfehlungen für Unterrichtsinhalte ableiten und Universitäten zeigen, wie sie MINT für Frauen attraktiver machen können. Daneben beschäftigt sie sich auch mit Assistenzsystemen für Menschen mit Behinderung und der Internetnutzung älterer Menschen. Dabei kritisiert sie, dass politischen Entscheidungsträgern meist nicht bewusst sei, dass viele Bevölkerungsschichten im Internet benachteiligt werden, da beispielsweise die Bedienung nicht in einfacher Sprache verfügbar sei oder spezifisches Computerwissen voraussetze. „Digitalisierung sollte Teilhabe verbessern“, fordert Krönung stattdessen.