Hochschule

Kultur Studierende der Popakademie veranstalten die Open-Air-Konzertreihe „Sunday Beats“ / Einmal im Monat spielen sie sonntags in der Konzertmuschel

Live-Musik im Herzogenriedpark

Archivartikel

„Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“, besagt eine alte Volksweisheit. Doch die Auftrittsmöglichkeiten für junge Künstler, wie die Studierenden der Popakademie, sind rar gesät. Wie sollen sie also die nötige Bühnenerfahrung erlangen? Aus dieser Überlegung heraus hat Klinkt, die hochschuleigene Agentur für Musikservices der Popakademie, sich über ihr übliches Agenturprogramm dafür stark gemacht, nach weiteren Auftrittsmöglichkeiten zu suchen.

Beim Ausloten der Möglichkeiten spielten Kosten- und Innovationsfaktoren zentrale Rollen. Das Ergebnis ist eine Open-Air-Konzertreihe im Herzogenriedpark. Genauso schnell wie die neue Sommerbühne gefunden wurde, stand der Name der Reihe fest: „Sunday Beats“. „Die Konzertmuschel im Herzogenried Park ist schon länger bereit, sich für ein anderes Publikum zu öffnen, so stießen wir gleich auf offene Ohren“, erzählt Petra Franke von der Agentur Klinkt. Fünf Popakademie-Bands dürfen in der aktuellen Open Air-Saison auf der Bühne der Konzertmuschel ihr Können unter Beweis stellen. Die Besucher erwarte eine große Bandbreite.

„Es geht darum, Vielfalt zu zeigen, welches Spektrum Popmusik abdecken kann“, erklärt Leandra Preißler. „Es soll jeden ansprechen“, so Preißler weiter. Deshalb habe man sich für eine terminliche Platzierung einmal im Monat, jeweils sonntags von 15 bis 17 Uhr entschieden.

Junge Leute für den Park gewinnen

Aus Sicht der Parkbetreiber bedeute der Aufbruch in neue musikalische Gefilde, gleichzeitig neue Zielgruppen zu erschließen. „Der Herzogenried galt lange als Stiefkind und erhofft sich damit eine Aufwertung, gerade bei den jüngeren Leuten“, erklärt Franke. Vor knapp zwei Wochen eröffneten Pulse Project als Teil der Mannheim Music Week die Reihe. Im Winterhalbjahr begeisterten sie bereits im Jazzclub „Ella & Louis“ mit ihrer außergewöhnlichen Fusion aus Pop- und Weltmusik. Die sechsköfpige Band um den syrischen Oud-Spieler Hersham Hamra gilt als Paradeprojekt für den vor knapp vier Jahren an der Popakademie neu gegründeten Bachelor-Studiengang Weltmusik. Als eine Art musikalischer Ost-West-Dialog verschmelzen hier selbstbewusst moderne westliche Musikstile mit arabischen Tonleitern. Knapp vier Wochen später, Sonntag, 23. Juni, wollen „Die Gegenmutter“ mit ungewöhnlichen Akkordeonklängen französisches Flair in die Parklandschaft bringen. Die Band YéY, mit einem Auftritt am Sonntag, 28. Juli, sind auf ähnlich abenteurlichen Pfaden in Sachen musikalischer Grenzgänge unterwegs wie Pulse Project. Mit einem Unterschied: Bei ihnen wird die Ausgangsrezeptur, Deep House, mit orientalischen Zutaten verfeinert.

Vincent Hall stehen für handgemachten und gefühlvollen Indie-Pop. Mark Moody geht einen Schritt weiter. Seine instrumentalen Weisen vereinen Klassik, Pop und Techno und bilden zum Herbstanfang, am 22. September, den diesjährigen Schlusspunkt der Reihe.