Hochschule

Engagement Seit November treffen sich acht Studierende in ihrer Freizeit, um Thesenpapiere über die Digitalisierung zu schreiben / Nun gehen sie an die Öffentlichkeit

Mehr Bewusstsein für den digitalen Wandel

Archivartikel

Ein Leben ohne Smartphone ist für die meisten unvorstellbar geworden. Ob in der Bahn oder während der Vorlesung: Wir sind ständig digital vernetzt. In Anbetracht der immer weiter fortschreitenden Digitalisierung und dem Bedürfnis, etwas an dem Bewusstsein für diesen Wandel zu ändern, haben sich Studierende aus Mannheim und Heidelberg zusammengeschlossen.

„Wir und Jetzt“ heißt die Vereinigung aus circa acht Studierenden, die sich gesellschaftspolitischen Themen widmen, die im öffentlichen Diskurs kaum Gehör finden. Seit der Gründung im November 2017 trifft sich die Gruppe wöchentlich und versucht Forderungen für die digitale Zukunft herauszuarbeiten, die sie für besonders wichtig erachten. Das ist es, was der 21-jährige VWL-Student Leon Brülke und Mitglied von „Wir und Jetzt“ am meisten an der Vereinigung schätzt. Mitglied Nora Bernstein ergänzt: „Wir wollen gerade für die Leute eine Anlaufstelle sein, die ihre Meinung in Parteien nicht vertreten sehen, sich aber trotzdem thematisch mit der Digitalisierung auseinandersetzen wollen.“ Sie studiert BWL an der Uni Mannheim.

Wirkungskreis erweitern

„Wir wollen das Bewusstsein dafür stärken, was die Digitalisierung mit uns Menschen macht. Es geht nicht darum, vorzuschreiben, wie Menschen mit der Digitalisierung am Besten umgehen sollen. Trotzdem sollen Smartphones nicht einfach nur genutzt werden, weil es sie gibt“, sagt die 20-Jährige. Gemeinsam hat die Gruppe Thesenpapiere zu den für sie vier wichtigsten Themen im Bezug auf den digitalen Wandel angefertigt. Die vier Themen „Mündigkeit“, „Dienstleistungsmonopole“, „Digitale Mitbestimmung“ und „Überwachung“ beschäftigen sich dabei von der Fragestellung, inwiefern Nutzer tatsächlich mündig sind, bis hin zu der Frage, ob die Grundrechte der Bürger durch staatliche Überwachung in Gefahr sind.

„Uns ist durchaus bewusst, dass unser Wirkungskreis noch sehr klein ist. Deshalb wollen wir unsere Forderungen in einer offenen Diskussionsrunde mit anderen Interessierten weiter entwickeln und so nach außen tragen“, sagt Brülke. Gemeint ist die offene Diskussionsrunde, die die Gruppe für alle am Thema Interessierten geplant hat. „Wir respektieren alle Meinungen und suchen vor allem in der offenen Diskussionsrunde den Austausch mit anderen Meinungen. So wollen wir durch die offene Diskussion, an der jeder teilnehmen kann, gemeinsam Handlungsansätze und Forderungen für das Leben in einer digitalen Gesellschaft ableiten. Die Thesenpapiere sollen lediglich den Diskurs öffnen“, sagt Brülke.

Bei der offenen Diskussionsrunde soll jedes Thema an einem Themen-Tisch diskutiert und durch jeweils einen Experten zum Thema sowie von einem Mitglied von „Wir und Jetzt“ unterstützt werden. Die Besucher seien hierbei nicht an einen Tisch gebunden und können so zwischen den Themen wechseln. Für die Gruppe stellt diese Diskussionsrunde somit den ersten Schritt auf dem Weg zu mehr Bewusstsein für den digitalen Wandel dar.